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01.03.2014

09:45 Uhr

Wintersport

Schweizer macht Afghanistan zum Skiort

Ausgerechnet im kriegsgeschundenen Afghanistan versucht ein Schweizer, Wintersport zu etablieren. Helfen soll dabei ein Ski-Rennen, das bereits internationale Beachtung findet. Die Einheimischen sind begeistert.

Die schneebedeckten Berge von Chapdhara im Zentrum Afghanistans: Hier hat ein Schweizer ein Skigebiet aufgebaut. dpa

Die schneebedeckten Berge von Chapdhara im Zentrum Afghanistans: Hier hat ein Schweizer ein Skigebiet aufgebaut.

ChapdharaAls der Journalist Christoph Zürcher 2010 das erste Mal nach Bamiyan reiste und die schneebedeckten Berge im Zentrum Afghanistans erblickte, da musste er nicht lange überlegen. „Wenn ein Schweizer Schnee sieht, dauert es nicht lange und er denkt ans Skifahren“, sagt der 48-Jährige. Schon einige Monate später kehrte er zurück und brachte 15 Paar Skier samt Stiefel mit. Das Ziel: eine kleine Skischule für die Einheimischen.

Weil Training alleine aber auf Dauer nicht wirklich erfüllend ist, kam ihm irgendwann die Idee mit dem Skirennen. „2011 organisierten wir dann den ersten Wettbewerb, an dem zehn Einheimische teilnahmen.“ Seitdem sind gerade mal drei Jahre vergangen, und doch hat die „Afghan Ski Challenge“ in der Provinz Bamiyan seitdem eine gewaltige Entwicklung gemacht. Denn mittlerweile lockt das Rennen auch Teilnehmer aus dem Ausland an.

Als die Organisatoren am vergangenen Freitag zum vierten Mal zur Abfahrt auf die in 3400 Meter Höhe gelegenen Hänge im Bezirk Chapdhara baten, da mischten sich auch 20 Ausländer in das 50 Teilnehmer umfassende Starterfeld. Mehr als 1000 Zuschauer hatte das Ereignis angelockt. Die meisten davon Einheimischen, aber auch einige Touristen und ausländische Helfer aus Kabul verfolgten das Spektakel, das bereits über eine professionell gemachte Webseite verfügt.

„Das ist das erste Mal, dass wir so viele Menschen auf diesem Berg sehen“, staunte der Einheimische Ali Nasari. „Außerdem ist es das erste Mal, dass ich so viele Ausländer sehe.“ Der Bauer war gleich mit sieben Familienangehörigen zu dem Rennen gekommen - und hatte es offensichtlich nicht bereut. „Das ist ziemlich lustig. Die Leute fallen dauernd in den Schnee. Wir haben eine gute Zeit.“

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