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15.01.2007

15:17 Uhr

Winterstürme

Strand über Bord

Auch die Nordsee-Inseln leiden unter den Stürmen der letzten Tage. Auf Amrum und Sylt hat das Meer große Teile der Küste weggespült - verzweifelt kämpfen die Inselbewohner um ihre Strände.

Auf der Nordseeinsel Sylt vor Westerland haben die jüngsten Stürme schwere Schäden hinterlassen, Foto: dpa dpa

Auf der Nordseeinsel Sylt vor Westerland haben die jüngsten Stürme schwere Schäden hinterlassen, Foto: dpa

In diesem Winter lebt Deutschlands bekannteste Ferieninsel Sylt buchstäblich von der Substanz. Die künstliche Sandbarriere am Fuße der Dünen und Kliffs, die Jahr für Jahr zum Schutz vor der gefräßigen Brandung aufgespült wird, hat sich die Nordsee längst geholt. Jede Flut und jeder Brecher können jetzt ein Stück vom alten Kern der Insel kosten, unwiderbringlich.

Vor allem die jüngsten Stürme haben den Nordsee-Inseln in Schleswig-Holstein schwer zugesetzt. An der Südspitze von Sylt beträgt der Landverlust nach Orkan „Fritz“ und dem stürmischen Wochenende 30 bis 50 Meter, schätzte der Vorsitzende des Landschaftszweckverbandes Sylt, Helge Jansen, am Montag.

In Kampen brechen die Nordseewellen bereits Stücke aus dem Kliff, dem alten Kern der Insel. Zwischen Westerland und Wenningstedt greift das Meer die Vordünen an, vielerorts ist der künstlich zum Schutz der Insel aufgespülte Strand völlig abgetragen. Allein am Wochenende seien 100 000 Kubikmeter Sand verloren gegangen, schätzte Jansen.

„Unser Problem ist, dass wir permanent Sturm haben.“ Vor dem Frühjahr könne man aber gar nichts unternehmen, sagte der Verwaltungschef. Schwere Schäden gibt es auch an allen Küsten der südlich gelegenen Nachbarinsel Amrum. Auf den Internetseiten „www.amrum-news.de“ wird von Dünenverlusten bis zu 20 Metern an der nördlichen Westküste der Insel berichtet.

Auch auf Helgolands Düneninsel hinterließen die Stürme tiefe Spuren: Der Verlust am Nordstrand beträt nach Angaben von Kurdirektor Christian Lackner etwa 10 000 Kubikmeter Sand - das entspricht etwa 1000 Lastwagenladungen. Der Felssockel der Hauptinsel ist vor den stärksten Gewalten der Brandung durch eine Betonmauer geschützt. Dennoch nagt die Erosion am Buntsandsteinfelsen mit dem Wahrzeichen „Lange Anna“, einer freistehenden Felssäule.

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