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23.07.2014

13:35 Uhr

„Wir kennen uns hier aus“

Ostsee-Touristen ignorieren Badeverbot

Schön, aber gefährlich: In der Ostsee sind in den vergangenen Tagen mehrere Menschen ertrunken. Die von der DLRG verhängten Badeverbote werden von vielen Strandbesuchern einfach ignoriert.

Ein Warnschild steht am Ostseestrand von Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein). Wegen starker Strömung herrscht hier ein Badeverbot. Nach den tödlichen Badeunfällen an der Ostsee hat die Polizei an die Badegäste appelliert, rote Flaggen der DLRG und direkt am Wasser aufgestellte Hinweisschilder zu beachten. dpa

Ein Warnschild steht am Ostseestrand von Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein). Wegen starker Strömung herrscht hier ein Badeverbot. Nach den tödlichen Badeunfällen an der Ostsee hat die Polizei an die Badegäste appelliert, rote Flaggen der DLRG und direkt am Wasser aufgestellte Hinweisschilder zu beachten.

Timmendorfer StrandBlauer Himmel, Sonnenschein, die Luft ist angenehme 24 Grad warm, das Wasser 20 Grad. Ideales Badewetter - wenn da nicht die roten Flaggen wären, die am Timmendorfer Strand und anderen Badeorten über den Wachtürmen der DLRG flattern. Denn seit Tagen peitscht starker Ostwind das Meer gegen die Strand, macht die sonst so sanfte Ostsee zur gefährlichen Falle. „Was machen wir denn jetzt. Tasche auspacken oder umkehren“, fragt ein Feriengast aus Magdeburg seine Frau und seinen Sohn. „Wir sind ja eigentlich an die Ostsee gekommen, um im Meer zu baden. Aber gegen die Natur kann man nichts machen“, meint seine Frau.

Während die Familie aus Sachsen-Anhalt noch unschlüssig aufs Wasser blickt, tummeln sich andere Badegäste unbekümmert in den gegen den Strand tosenden Wellen. „Wir kennen uns hier aus, wir sind aus der Gegend“, sagen zwei ältere Frauen, die eben aus den Fluten kommen. Im Vergleich zu den vergangenen Tagen habe der Wind jetzt etwas nachgelassen, deshalb habe sie es gewagt, ins Wasser zu gehen, sagt eine der beiden.

„Das Argument, dass man sich hier auskenne, kriegen wir häufig zu hören“, sagt Philipp Knaack, der mit mit drei Kollegen in der DLRG-Hauptwache am Timmendorfer Strand sitzt und das Meer nicht aus den Augen lässt. Immer wieder sprechen sie Menschen an, holen sie aus dem Wasser zurück. „Doch anstatt den guten Rat anzunehmen, beschimpfen sie uns noch, und zwar Jugendliche ebenso wie Rentner“, sagt Knaack. Die Gefahr gehe weniger von den Wellen aus, sondern von der Strömung, die Badenden die Beine wegziehe. „Außerdem ändert sich durch die Strömung auch die Lage von Sandbänken, was wiederum die Strömungsverhältnisse verändert“, erläutert er.

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