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10.10.2013

14:00 Uhr

„Wir sind Kirche“

Limburger Bischof sollte Amt ruhen lassen

VonDietmar Neuerer

Die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ hat den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst aufgefordert, sein Amt ruhen zu lassen. Dem Bischof droht juristischer Ärger wegen Falschaussagen.

Franz-Peter Tebartz-van Elst sollte sein Amt ruhen lassen, fordert die Reformbewegung „Wir sind Kirche“. ap

Franz-Peter Tebartz-van Elst sollte sein Amt ruhen lassen, fordert die Reformbewegung „Wir sind Kirche“.

BerlinDie katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ hat den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst aufgefordert, sein Amt ruhen zu lassen. Hintergrund ist der Entschluss der Staatsanwaltschaft Hamburg, einen Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst wegen Falschaussage zu beantragen. „Wenn Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nicht zu einem Amtsverzicht bereit ist, so sollte er jetzt doch überlegen, ob er nicht wenigstens sein Amt ruhen lassen sollte, bis die Kostenüberprüfung durch die Deutsche Bischofskonferenz abgeschlossen und über den Antrag der Staatsanwaltschaft Hamburg entschieden ist“, sagte der Sprecher der Laienorganisation, Christian Weisner, Handelsblatt Online.

„Dies erscheint in der augenblicklichen hochaufgeladenen Situation die einzige Möglichkeit zu sein, ihn persönlich, aber vor allem auch das Hirtenamt der Bischöfe und das Ansehen der gesamten Kirche zu schützen.“

Die Voraussetzungen für eine Amtsenthebung oder Absetzung durch den Vatikan seien hoch, sagte Weisner weiter. „Das gegenwärtige Kirchenrecht sollte aber die Möglichkeit bieten, dass Rom bis zur Klärung aller Vorwürfe einen Administrator bestellt, der vorübergehend die Aufgaben des Limburger Bischofs wahrnimmt.“

Um für die Zukunft das Vertrauen innerhalb der Diözese Limburg wieder herzustellen, ist es nach Ansicht von „Wir sind Kirche“ zudem notwendig, auf den verschiedenen Ebenen der Diözese „Runde Tische“ einzurichten. „Dies würde auch wieder der Communio-Theologie des Zweiten Vatikanischen Konzils entsprechen, die lange Zeit im Bistum Limburg praktiziert wurde und die Papst Franziskus und sein designierter Staatssekretär Pietro Parolin betonen“, sagte Weisner.

Parolin hatte im September gesagt: „Die Kirche ist kein Ort, an dem es unterschiedliche Klassen von Personen gibt, etwa 'die da oben' und 'die da unten'. Die Kirche ist eine Gemeinschaft, in der alle gleich sind, weil sie getauft sind.“

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