Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.08.2011

14:15 Uhr

Wirbelsturm

Experten rechnen mit Schäden in Milliardenhöhe

Hurrikan „Irene“ hat die US-Ostküste erreicht. Der Sturm wird schwächer, ist aber noch so groß wie Europa. Versicherungsexperten warnen vor gewaltigen Schäden für die US-Wirtschaft, nennen schwindelerregende Summen.

Video

Wie sich Amerika gegen den Sturm wappnet

Video: Hurrikan „Irene”: Notstand in New York

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Washington/New YorkDer riesige Hurrikan „Irene“ ist am Samstag an der US-Ostküste auf Land getroffen. Das Auge des Wirbelsturms erreichte nahe Cape Lookout im Bundesstaat North Carolina die Küste, wie das US-Hurrikanzentrum in Miami meldete. „Irene“ war kurz zuvor zu einem Hurrikan der Kategorie 1 heruntergestuft worden. Der wegen seiner riesigen Ausmaße in US-Medien als „Mammut-Hurrikan“ bezeichnete Sturm bleibe höchst gefährlich, betonen Experten. Meteorologen maßen Windgeschwindigkeiten von 140 Stundenkilometern.

Vor allem North Carolina war bereits in der Nacht zum Samstag von heftigen Regengüssen und Sturmböen heimgesucht worden. Straßen wurden vielerorts überflutet, zehntausende Menschen waren ohne Strom, wie der US-Fernsehsender CNN meldete. Auf einer Insel vor der Küste wurden zeitweise Windgeschwindigkeiten von 180 Stundenkilometern gemessen. Alleine in North Carolina suchten den Angaben zufolge tausende Menschen Schutz in Notunterkünften. In rund 20 Landkreisen waren die Einwohner zum Verlassen der Gefahrenzone aufgefordert worden.

Der Sturm wird nun im Laufe des Samstag an der Atlantikküste Richtung Norden ziehen und mit Ausläufern auch die Hauptstadt Washington streifen. Dort wurde ebenfalls der Notstand ausgerufen, die Behörden verteilten tausende Sandsäcke an die Menschen. Am Sonntag schließlich wird der Wirbelsturm in New York erwartet.

Die schlimmsten Hurrikane seit 1980

Katrina

Katrina verwüstete 2005 die Region um New Orleans. 1322 Menschen starben, auch später in den überfluteten Straßen. Die Schäden beliefen sich, laut Münchener Rück, auf 125 Milliarden US-Dollar, wovon 62,2 Milliarden versichert waren.

Ike

2008 fegte Hurrikan Ike über Kuba, Haiti und die USA. 170 Personen kamen ums Leben, Schäden von 38,3 Milliarden Dollar entstanden. Davon versichert: 18,5 Milliarden.

Andrew

Hurrikan Andrew suchte im Jahr 1992 den US-Bundesstaat Florida heim. Es gab 62 Tote und Schäden in Höhe von 26,5 Milliarden Dollar. Versichert waren davon 17 Milliarden.

Ivan

Im Jahr 2004 tobte Hurrikan Ivan durch die Karibik und über den USA. Schreckensbilanz: 125 Tote, 23 Milliarden Dollar Schaden, 13,8 Milliarden davon rückversichert.

Wilma

Ebenfalls die Karibik und die USA traf Wilma 2005. 42 Tote waren zu beklagen, Schäden von 22 Milliarden Dollar entstanden. 12,5 Milliarden hiervor waren rückversichert.

Rita

Auch im Jahr 2005 wütete Hurrikan Rita, allerdings über Florida. Zehn Tote, 16 Milliarden Dollar Schaden, 12,1 davon abgesichert.

Charley

Ebenfalls Florida traf Wirbelsturm Charley im Jahr 2004. 36 Menschen kamen ums Leben, die Sachschäden bezifferten sich auf 18 Milliarden Dollar. Acht Milliarden gingen zu Lasten der Versicherungen. 

Frances

Hurrikan Frances verschlug es 2004 bis nach Kanada und den Norden der USA. Es starben 50 Menschen, zwölf Milliarden Dollar Schaden wurden verursacht. Gedeckt waren 5,5 Milliarden.

Hugo

Bereits 1989 zog Hurrikan Hugo über die Karibik und Teile der USA. 116 Menschen kamen ums Leben, 9,6 Milliarden Schäden standen 5,1 Milliarden Versicherungssumme gegenüber.

Jeanne

2000 Todesopfer forderte Jeanne im Jahr 2004 und verursachte dabei Sachschäden in Höhe von 9,2 Milliarden Dollar. Fünf Milliarden waren rückversichert.

Dort sollte vorsorglich der komplette öffentliche Nahverkehr eingestellt werden, Evakuierungen begannen, viele Flüge wurden gestrichen. In North Carolina kündigte starker Regen das Unwetter an. Das Hurrikanzentrum in Miami stufte „Irene“ von Kategorie zwei auf 1 herunter. Entwarnung gab es aber nicht: Das gesamte Sturmgebiet, das nach Angaben des US-Senders CNN etwa so groß wie Europa ist, bleibe extrem gefährlich, warnten die Experten.

Es sei eine Flutwelle zu befürchten, die in Küstengegenden Strände wegschwemmen und Häuser, Geschäfte sowie andere Infrastrukturen beschädigen könne, warnte der Direktor des Hurrikanzentrums, Bill Read. „Außerdem wird es große, zerstörerische und lebensgefährliche Wellen geben.“

Für New York, wo „Irene“ am Sonntag erwartet wird, gaben die Behörden eine Hurrikanwarnung heraus. Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete die Evakuierung tieferliegender Gegenden an - nach seinen Worten hat es so etwas nie zuvor in der Geschichte der Millionen-Metropole gegeben. Davon seien rund 250.000 Menschen betroffen. „Man muss nur auf die Wetterkarten schauen, und man versteht, wie groß und einzigartig dieser Sturm ist.“

USA erwarten „Irene“ : Hurrikan wird zum Albtraum für Airlines

USA erwarten „Irene“

Hurrikan wird zum Albtraum für Airlines

Der Wirbelsturm beeinträchtigt massiv den internationalen Flugverkehr.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.08.2011, 12:52 Uhr

Gibt es eigentlich noch die wahren Experten auf der Welt, die den jetztigen gehörfindenden Experten mal analysieren und sie in ihre Schranken weisen??

nugget

27.08.2011, 13:30 Uhr

vermutlich nicht: ist wochenende^^

eggschpert

27.08.2011, 13:55 Uhr

Das ist natürlich Analystenscheiße par exellence.
Ersteinmal: Irene ist noch nicht in New York (07:49 EST).
Zum Anderen bereitet Hysterie nicht vor, sondern verschlimmert das alles lediglich unnötig, sollte es so kommen wie befürchtet wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×