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11.07.2011

19:34 Uhr

Witwer von Maria Bögerl

Juli 2011 – Sparkassen-Direktor erhängt gefunden

Neues Drama im Fall um die entführte und ermordete Bankiersgattin Bögerl: Die Haushälterin fand den Witwer Thomas Bögerl erhängt in seinem Haus. Hintergründe soll nun die Obduktion liefern.

Die Familie der ermordeten Bankiersfrau Maria Boegerl, rechts Witwer Thomas Boegerl, nach dem damaligen Trauergottesdienst für das Entführungsopfer. Quelle: dapd

Die Familie der ermordeten Bankiersfrau Maria Boegerl, rechts Witwer Thomas Boegerl, nach dem damaligen Trauergottesdienst für das Entführungsopfer.

Heidenheim Der Witwer der entführten und ermordeten Heidenheimer Bankiersfrau Maria Bögerl ist erhängt in seinem Haus gefunden worden. „Wir können noch nicht sagen, ob es sich um einen Selbstmord handelt“, erklärte am Montag ein Sprecher der Polizei. Vieles spreche aber dafür, hieß es in Polizeikreisen. Eine Putzfrau entdeckte den Sparkassendirektor Thomas Bögerl am Montagmittag. Die Leiche des 56-Jährigen wird nun obduziert. Maria Bögerl war vor rund einem Jahr entführt und getötet worden - ein Täter wurde bisher nicht gefunden.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa hat Thomas Bögerl einen Abschiedsbrief hinterlassen. Laut Polizei ergeben sich aus dem kurzen Schreiben aber keine Hinweise auf seine Beweggründe. Thomas Bögerl war am Montagmittag von einer Haushaltshilfe erhängt im Fitnessraum im Keller seines Hauses aufgefunden worden. Weitere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.

Endgültige Klarheit über die Todesursache und den Todeszeitpunkt soll eine Obduktion der Leiche erbringen. Mit Ergebnissen wird erst am Dienstag gerechnet. Bögerl hinterlässt zwei Kinder.

Der Sparkassenchef war dem Vernehmen nach zuletzt oft krankgeschrieben. Er galt als depressiv. Bald wäre er aus seinem Amt ausgeschieden, teilte sein Arbeitgeber mit. In einer Erklärung hieß es: „Herr Bögerl hat sich stets mit vollem Einsatz um die Kreissparkasse Heidenheim und unsere Region verdient gemacht. (...) Er hatte aber in den vergangenen Monaten, wie er selbst mitteilte, nicht die Kraft, sein Amt auszuüben. Auf sein Ersuchen hin haben wir uns mit ihm über eine einvernehmliche Lösung verständigt, in der er in Kürze aus dem Amt geschieden wäre.“

Polizei sucht weiterhin nach Entführern

Am 12. Mai 2010 war die 54-jährige Maria Bögerl aus dem Haus der Familie im baden-württembergischen Heidenheim spurlos verschwunden. Von ihrem Mann forderten die Entführer unmittelbar danach 300.000 Euro. Doch eine Lösegeldübergabe scheiterte. Eine Woche später wandte sich die Familie mit einem verzweifelten Appell in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ an die Täter. Am 3. Juni fand ein Spaziergänger die Leiche der Frau. Danach bekam die Sonderkommission „Flagge“ mehr als 8000 Hinweise aus der Bevölkerung und wertet sie - bisher vergeblich - aus.

Zuletzt hatte es eine mögliche Spur zu einem festgenommenen Rockerbandenchef in Österreich gegeben - diese führte jedoch zunächst nicht weiter. Der Inhaftierte soll in Österreich versucht haben, die Ehefrau eines Bankiers zu entführen.

In Heidenheim hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Gerüchte über das Privatleben des Sparkassendirektors gegeben. So hieß es, er habe Zwillinge von einer Geliebten bekommen, was Bögerl selbst zurückgewiesen hatte. Die Polizei hatte stets erklärt, es gebe keine Hinweise auf eine Verwicklung des Ehemanns in den Entführungsfall. Auch die Umstände der Lösegeldübergabe waren kritisiert worden.

 

Von

dpa

Kommentare (3)

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Rolf

11.07.2011, 20:06 Uhr

Das ist wirklich furchtbar! Mein Beileid gehört den Angehörigen.
Die Polizei hat wirklich sehr schlampig ermittelt! Wenn jemand den DNA-Test nicht erfüllt hatte, war er frei! Dabei ist dies nicht 100% garantiert.

Account gelöscht!

12.07.2011, 08:25 Uhr

An die Famile Boegerl mein Mitefuehl und Beileid.

Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt,
der ist nicht tot, der ist nur fern;
tot ist nur, wer vergessen wird.


Schwarzwaelderin

22.10.2011, 21:40 Uhr

Mein Gott, dauert das lange bis der oder die Entführer der Maria Bögerl endlich gefunden werden. Als Beobachterin meint man ja, das dauert ewig ; wie muss es da den Kindern erst ergehen?

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