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07.10.2016

12:27 Uhr

WM-Qualifikation

Letzter Feinschliff vor der Partie gegen Tschechien

Löw will mit Offensivpower und mehr Effizienz im Abschluss gegen Tschechien die nächsten drei Punkte in der WM-Qualifikation einfahren. Kapitän Manuel Neuer sieht die Tschechen „als stärksten Gegner“ in der Gruppe.

Mit Tschechien steht seiner Mannschaft ein starker Gegner bevor. Doch der Nationaltrainer hat schon einen Plan. dpa

Joachim Löw

Mit Tschechien steht seiner Mannschaft ein starker Gegner bevor. Doch der Nationaltrainer hat schon einen Plan.

HamburgNoch einen Tag Feinschliff, dann will die deutsche Nationalmannschaft die Hamburger Zuschauer glücklich machen und der WM 2018 näher kommen. „Der Start in Norwegen war sehr gut, nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Art, wie wir das Spiel angegangen sind. Das wollen wir gerade auch hier in den Heimspielen machen und schönen Fußball zeigen“, erklärte Teammanager Oliver Bierhoff vor der Qualifikationspartie am Samstag (20.45 Uhr/RTL) im Volksparkstadion.

„Auf dem Papier betrachten wir Tschechien als stärksten Gegner in unserer Gruppe. Dementsprechend wollen wir das Spiel gewinnen“, erklärte Kapitän Manuel Neuer. Warnung ist der letzte Vergleich mit den Tschechen vor bereits neun Jahren: In München gab es ein 0:3, nachdem das Team von Bundestrainer Joachim Löw wenige Tage zuvor die Qualifikation für die EM-Endrunde 2008 perfekt gemacht hatte.

„Den Gegner werden wir noch genau analysieren. Aber wichtig ist, dass wir unsere Qualitäten durchbringen“, unterstrich der Dortmunder Julian Weigl, der sich besonders auf seinen ehemaligen BVB-Kollegen Ilkay Gündogan freut. „Er hat ein super Raumgefühl, eine super Technik und eine gute Übersicht. Er weiß, wo er sich aufzuhalten hat, bringt gute Qualitäten nach vorn ein. Er bringt alles mit.“ Gündogan ist nach elf Monaten Pause erstmals wieder dabei.

Einmaleins der Fußballtaktik

Grundordnung

Viele Mannschaften spielen mit vier Verteidigern, zwei Spielern vor der Verteidigern, drei Mittelfeldspielern und einem Stürmer, kurz: 4-2-3-1. Dies ist die sogenannte Grundordnung einer Mannschaft. Durch das Verhalten auf dem Platz wird sie zum System. Das heißt: Was passiert im Spiel gegen den Ball und bei Ballbesitz?

Quelle: Fußballtraining, November 2013

Gegen den Ball spielen

Häufig spielen Teams im 4-2-3-1 in der Verteidigung ein 4-4-2-System gegen den Ball. Im Wechsel schieben Mittelfeldspieler und Stürmer vor und zurück.

In Ballbesitz

Die Grundordnung ändert sich deutlich, wenn die Mannschaft in Ballbesitz ist. Aus dem 4-2-3-1 wird dann oft ein 2-3-2-3. Die Außenverteidiger rücken vor, zwei Mittelfeldspieler ebenfalls. Einer der defensiven Mittelfeldspieler sichert ab, der andere schaltet sich in die Offensive ein.

FC Bayern – gegen den Ball

Unter Pep Guardiola spielt der FC Bayern gegen den Ball ein 4-3-3. Die Mannschaft erobert den Ball auch oft im Gegenpressing aus einer 3-3-4-Formation heraus.

FC Bayern – in Ballbesitz

In Ballbesitz rücken die beiden Außenverteidiger ins Zentrum vor, je nach Situation. Ein Sechser agiert defensiv zentral und öffnet so Räume.

Viererkette

Noch heute spielen viele Mannschaften mit einem Spieler hinter der Abwehr, dem Libero. Im modernen Fußball wird der letzte Mann in eine Kette von vier Spielern integriert, die auf einer Linie agieren und bevorzugt den Raum decken. Diese Viererkette besteht aus je zwei Außen- und Innenverteidigern.

Der Sechser

Dieser zentrale Mittelfeldspieler hat drei Hauptaufgaben. Er sichert seine ballführenden Mitspieler ab, er verlagert das Spiel, und er kann den Innenverteidigern in der Spieleröffnung helfen. Er sollte also ein technisch und läuferisch starker Spieler sein.

Der Neuner

Der zentrale Stürmer lässt sich im modernen Fußball immer wieder ins Mittelfeld fallen. Er entzieht sich also dem ständigen Zugriff der Innenverteidiger. Der Ungar Nándor Hidegkuti galt in den fünfziger Jahren als die erste Neuneinhalb, Johan Cruyff in den siebziger Jahren ebenso. Bei der variablen Neun wird die Position frei gelassen und immer wieder von unterschiedlichen Spielern besetzt.

Am Mittag wird Löw bei der DFB-Pressekonferenz Einblicke geben in seinen Spielplan gegen Tschechien. Am frühen Abend steht das geheime Abschlusstraining an. Viele Fragezeichen um die Besetzung der DFB-Startelf gibt es nicht. Nach dem Ausfall von Mittelstürmer Mario Gomez muss der Bundestrainer wieder andere Offensivlösungen suchen.

„Wir haben sehr viele Spieler, die Tore erzielen können. Wir sind flexibel, variabel und können auf verschiedene Arten Tore schießen. Nach Standards können zum Beispiel auch defensive Spieler treffen“, bemerkte Torhüter Neuer.

Der ehemalige Torjäger Bierhoff fordert mehr Abgebrühtheit vor 50.000 Fans in Hamburg: „Es ist wichtig, dass man das große Potenzial nicht leichtfertig verschenkt.“ Verteidiger Benedikt Höwedes ist von dem Können seiner Offensivkollegen überzeugt: „Wir haben vorne so viel Qualität und Kaltschnäuzigkeit.“

Von

dpa

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