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12.02.2016

17:42 Uhr

Wochentrends bei Facebook und Twitter

Hoch lebe der DFB-Pokal!

VonLeonidas Exuzidis

Dortmunds Fans machen Tennis zum neuen Volkssport und Michael Preetz heiratet den Berliner Rasen. Robben polarisiert und Twitter provoziert – was die User in den sozialen Medien in dieser Woche bewegte.

Die Dortmunder Ilkay Gündogan, Mats Hummels und Roman Bürki (v.l.) sowie Stuttgarts Kapitän Christian Gentner leisteten in einer Spielunterbrechung ganze Arbeit. Dortmunder Fans hatten als Zeichen des Protestes gegen die Stuttgarter Preispolitik bei Eintrittskarten Tennisbälle auf das Feld geworfen. ap

Balljungen anderer Art

Die Dortmunder Ilkay Gündogan, Mats Hummels und Roman Bürki (v.l.) sowie Stuttgarts Kapitän Christian Gentner leisteten in einer Spielunterbrechung ganze Arbeit. Dortmunder Fans hatten als Zeichen des Protestes gegen die Stuttgarter Preispolitik bei Eintrittskarten Tennisbälle auf das Feld geworfen.

DüsseldorfPokalwettbewerbe haben im Fußball ja bekanntlich ihre eigenen Regeln. Das ist nicht erst seit gestern so, schließlich machen Emotionen, Überraschungen und Erfolge Wettbewerbe dieser Art überhaupt so spannend. In dieser Woche war auch in Deutschland Cup-Zeit: Das DFB-Pokal-Viertelfinale stand auf dem Programm. Gekämpft wurde nicht nur auf dem Platz – auch im Netz ging es zeitweise hin und her.

Mit der Preispolitik des VfB Stuttgart waren die Anhänger von Borussia Dortmund überhaupt nicht einverstanden. Sie brachten ihrem Ärger zum Ausdruck, indem sie die ersten knapp 20 Minuten der Partie von draußen verfolgten. Diese Aktion der Initiative „Kein Zwanni für’n Steher“ wurde lange vorher angekündigt – und kurz vor der Partie über alle möglichen Kanäle kommuniziert.

Pünktlich zum Anpfiff öffnete der Himmel seine Pforten über der Mercedes-Benz-Arena. Die Spieler sahen aus, als seien sie frisch aus der Dusche gekommen. Die eigentliche Schlammschlacht zwischen den Kontrahenten hatte jedoch am Vortag begonnen. Die Verantwortlichen der Borussia hatten angekündigt, Protest gegen die Preispolitik der Schwaben einzulegen. Diese wiederum sahen sich genötigt, via Facebook eine Stellungnahme abzugeben, um die Preise zu rechtfertigen.

Liebe VfBler, zu den Diskussionen über die Ticketpreise für das DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund merken wir an: ...

Posted by VfB Stuttgart 1893 e.V. on Montag, 8. Februar 2016

In dieser Thematik ging es noch ein paar Mal hin und her: Bis die Dortmunder Fans als weitere Protestaktion Tennisbälle auf das Feld warfen und ein Banner mit der Aufschrift „Großes Tennis“ in die Höhe hielten. Man kann diese Aktion gutheißen oder nicht: Die Verantwortlichen des Protestes haben aber ganze Arbeit geleistet.

Sie wollten Aufmerksamkeit für ihre Aktion erregen – das ist ihnen mit Bravour gelungen, denn im Netz und in vielen Spielberichten war das Fernbleiben zu Spielbeginn und der anschließende Tennisvergleich Hingucker Nummer eins. Dass die Borussia zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren das Halbfinale erreichte, geriet da fast zur Nebensache.

Nun geht es für den BVB einmal mehr zu Hertha BSC. Bereits vor Wochenfrist waren die Westfalen zu Gast in der Hauptstadt. Nach dem torlosen Remis war Trainer Thomas Tuchel derart verärgert über den schlechten Rasen, dass die Borussia kurzerhand überlegt haben dürfte, den Rest der Saison in der Halle zu trainieren. Bringt wohl alles nichts: Im Halbfinale muss Dortmund erneut auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions auflaufen. Das brachte Michael Preetz, dem Manager der Herthaner, unmittelbar nach der Auslosung am Mittwochabend auf eine witzige Idee. Schadenfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

Der Pokal wäre aber auch nicht der Pokal, wenn nicht mindestens einmal über die Bayern und die Schiedsrichter diskutiert werden würde. Umso passender also, wenn beides zur gleichen Zeit geschieht. Denn die Bayern bekamen in Bochum einen Strafstoß zugesprochen, den Arjen Robben – es war ein Foul, ja – mit einer gutmütigen Fallbewegung provoziert hatte. Bochums Simunek musste obendrein nach Roter Karte vorzeitig unter die Dusche.

Das Netz tobte ob der Fallsucht des niederländischen Nationalspielers. „Absolute Frechheit“, schrieb ein User. „Sowas kennt man ja schon von ihm. Dass die Schiris darauf noch reinfallen, das ist unglaublich“, meinte ein anderer. Gefundenes Fressen für das Satiremagazin „Der Postillon“, das Arjen Robben am Folgetag, nachdem sich der Shitstorm wenigstens etwas beruhigt hatte, in witziger Manier abbildete. Autogramme mag halt nicht jeder geben.

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