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11.02.2014

20:36 Uhr

Wohl mehr als 100 Tote

Militärflugzeug in Algerien abgestürzt

Beim Absturz einer Transportmaschine der algerischen Armee sind vermutlich mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Die Bergungsarbeiten in einem Gebirge gestalten sich schwierig.

Eine Transportmaschine vom Typ Hercules C130. 99 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder waren an Bord der Unglücksmaschine. dpa

Eine Transportmaschine vom Typ Hercules C130. 99 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder waren an Bord der Unglücksmaschine.

AlgierBei einem der schwersten Flugzeugunglücke in der algerischen Geschichte sind am Dienstag vermutlich mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Der Militärtransporter stürzte nach offiziellen Angaben in der Provinz Oum el Bouaghi im Norden ab. Als mögliche Ursache nannte die algerische Zeitung „El Watan“ schlechtes Wetter mit Sturmböen und Schnee.

Nach offiziellen Angaben waren 99 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder an Bord. Ein Insasse sei lebend geborgen worden. In einzelnen Berichten war von deutlich mehr Opfern die Rede. Dafür gab es aber keine Bestätigung.

Beim Landeanflug auf den Flughafen der Stadt Constantine soll die Kommunikation zwischen Flugsicherung und Cockpit abgebrochen sein. Nach unbestätigten Berichten soll die Maschine vor dem Absturz einen Felsen gestreift haben.

Die Unfallstelle war nach Berichten von Einsatzkräften schwer zugänglich. Retter mussten zu Fuß in das gebirgige Gelände vorstoßen. Bis zum Abend konnten mehr als 70 Leichen geborgen werden. Für die Bergungsarbeiten wurden zahlreiche zivile und militärische Kräfte mobilisiert. In der Region hatte es im Dezember eine Übung gegeben, bei der ein Flugzeugabsturz mit 55 Opfern simuliert wurde.

Das Flugzeug des Typs C-130 „Hercules“ des US-amerikanischen Herstellers Lockheed mit vier Turbo-Propeller-Triebwerken sollte nach dem Bericht Soldaten und Angehörige nach Constantine transportieren. Die Maschine kam Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur APS zufolge aus Tamanrasset im Süden des Landes.

Das Flugzeugunglück ist eines der schlimmsten in der Geschichte der algerischen Luftfahrt. 2003 waren beim Absturz einer Air-Algérie-Maschine nahe der Wüstenstadt Tamanrasset 102 Menschen ums Leben gekommen. Eines der Triebwerke der Boeing 737 hatte während des Starts Feuer gefangen. Wenige Sekunden nach dem Start stürzte das Flugzeug ab, zerbrach und brannte völlig aus.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) reagierte in Berlin „mit großer Bestürzung“ auf die Nachricht. In einem Schreiben an seinen algerischen Amtskollegen Ramtane Lamamra sprach er Angehörigen und algerischem Volk „angesichts dieses furchtbaren Unglücks mein tief empfundenes Beileid“ aus.

Von

dpa

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