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18.01.2005

10:56 Uhr

Wort des Jahres ist "Hartz IV"

“Humankapital“ ist Unwort des Jahres 2004

Das „Unwort des Jahres 2004“ heißt „Humankapital“. Dies gab eine Jury aus Sprachwissenschaftlern am Dienstag in Frankfurt bekannt.

HB FRANKFURT. Die Bezeichnung degradiere nicht nur Arbeitskräfte in Betrieben, sondern mache den Menschen allgemein zu einer nur noch ökonomisch interessanten Größe, erklärte die aus Sprachwissenschaftlern bestehende Jury am Dienstag in Frankfurt. So werde die primär ökonomische Bewertung aller Lebensbezüge gefördert, die auch die aktuelle Politik immer stärker beeinflusse. Schon 1998 hatten die Experten den Ausdruck als Umschreibung für die Aufzucht von Kindern gerügt. Wort des Jahres 2004 ist „Hartz IV“, das Kürzel für die im vergangenen Jahr heftig umstrittene Arbeitsmarktreform.

An zweiter Stelle des Unwortes rügte die Jury den durch Innenminister Otto Schily (SPD) geprägten Begriff „Begrüßungszentren“, der Auffanglager für afrikanische Flüchtlinge sprachlich verniedliche. An die dritte Stelle wurde der Ausdruck „Luftverschmutzungsrechte“ gesetzt, der der Jury zufolge umweltschädliche Emissionen unbedenklich erscheinen lasse, weil ihr Handel rechtlich geregelt sei. Zum Börsen-Unwort kürte die Börse Düsseldorf den Begriff „Seitwärtsbewegung“, der die Nichtveränderung der Marktsituation sprachlich dynamisieren solle.

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