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29.08.2016

06:51 Uhr

Wrestling-Legende Bill Goldberg

„Ich kann noch jedem in den Hintern treten“

VonAlexander Möthe

Bill Goldberg war einst der größte Star des Wrestling-Business. Mit inzwischen 49 Jahren denkt der heutige Schauspieler über ein Comeback nach. Ein Gespräch über Karrierewege, Finanzen und die Sehnsucht nach Rampenlicht.

Die Wrestling-Ikone ist eins der Zugpferde des Videospiels „WWE 2k17“. 2K

Bill Goldberg auf Werbetour

Die Wrestling-Ikone ist eins der Zugpferde des Videospiels „WWE 2k17“.

Bill Goldberg ist eine verdammt beeindruckende Erscheinung. Auch mit inzwischen 49 Jahren hat die Wrestling-Legende nichts von ihrer Physis eingebüßt. Zwar stand der ehemalige Profi-Footballer seit über zehn Jahren nicht mehr im Ring, doch die Arme des 1,93-Meter-Hünen taugten bei manchem Fußballer immer noch als Bein.

Auf der Spielemesse Gamescom in Köln hat er das neueste Videospiel seines ehemaligen Arbeitgebers WWE, börsennotierter Unterhaltungskonzern und Wrestling-Veranstalter, promotet – und damit Spekulationen über seine von den Fans heißersehnte Rückkehr befeuert. Die Reisestrapazen sind ihm anzumerken, den Sessel, auf dem er Platz nimmt, lässt er hinter seinem riesigen Körper verschwinden. Das Handelsblatt sprach mit ihm über das Vermissen von Rampenlicht, Karriereentscheidungen und wie es ist, mit einem jüdischen Namen im tiefsten Süden der USA anzutreten.

Mister Goldberg, Sie wurden nach Köln eingeflogen, im Anschluss geht es direkt zurück in die USA. Vermissen Sie das, den dicht getakteten Ablauf auf Tour?
Oh, verdammt nein! Ich bin kein Masochist. Mir fehlt diese Art von Reisestress überhaupt nicht. Aber wenn ich zu einer Veranstaltung wie dieser komme, treffe ich viele Menschen, die meine Hand schütteln wollen – und umgekehrt. Am Ende ist es, bei aller Anstrengung, eine coole Sache.

Werden Sie noch auf der Straße erkannt?
Was denken Sie?

Ich würde.
Da sehen Sie es. Es ist eine Ehre, dass es so ist, wirklich eine Ehre. Das war auch der Grund, warum ich nach dem Ende der WCW (Wrestling-Konzern von Medienmogul Ted Turner, d. Red.) letztlich zur WWE gegangen bin. Ich ging die Straße entlang, und jeder, dem ich über den Weg lief, fragte, wann ich denn in den Ring zurückkehre. Ich habe es getan, weil ich es den Fans schuldete. Ich habe es als Verpflichtung empfunden.

Die Frage muss jetzt natürlich kommen: Ist Ihr Auftritt im Videospiel WWE2K17 ein Hinweis auf ein Comeback?
Das kann ich nicht sagen. Ich stelle nicht die Schecks aus, ich unterschreibe nicht die Verträge, ich bin nur der, der die Leute durch die Mangel dreht. Wenn die WWE glaubt, es passt, großartig, ruft mich an. Ich kann immer noch jedem in den Hintern treten.

Vermissen Sie die Action?
Action habe ich genug, ich mache viel Kampfsport Ich vermisse die Reaktion, und das sehr. Körperlich ist das, was ich jetzt mache, mindestens genauso fordernd. Aber das Lächeln auf den Gesichtern der Fans, wie ich sie mit den Geschichten im Ring mitreißen kann, das fehlt mir.

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Hat Sie das zum Wrestling geführt?
Der Hauptgrund, warum ich vom American Football zum Wrestling gewechselt bin, war meine schwere Verletzung damals. Der zweite Grund ist, dass mich dann mein Anwalt anrief und sagte: „Du kriegst jetzt besser Deinen Hintern hoch und verdienst Geld.“ Es hat mich zwei Jahre gekostet, herauszufinden, was ich machen wollte. Ich war völlig deprimiert, wollte nicht einmal das Haus verlassen.

Warum?
Ich hatte kein anderes Ziel im Leben als Football. Das kann gut oder schlecht sein, in dem Fall war es schlecht. Der große Traum kann jederzeit platzen – und dann? Ich stand da und wusste nichts mit mir anzufangen. Ich musste mich neu erfinden. Also nahm ich alles, was ich im Football gelernt hatte und steckte es ins Wrestling. Ich denke gerne, dass ich dort ein kleines bisschen Eindruck hinterlassen habe.

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