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30.04.2015

11:50 Uhr

Wunder in Nepal

Teenager aus Trümmern befreit

Ein kleines Wunder zwischen Trümmern hat sich fünf Tage nach dem Erdbeben in Nepal ereignet. Ein 18-jähriger Junge überlebte unter den Trümmern eines Gebäudes. Der Teenager sei ansprechbar.

Das Wunder von Nepal

Teenager fünf Tage nach Erdbeben aus Trümmern gerettet

Das Wunder von Nepal: Teenager fünf Tage nach Erdbeben aus Trümmern gerettet

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Kathmandu, AthenFünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal haben Retter einen 18-Jährigen lebend aus den Trümmern befreit. Der Junge sei bei Bewusstsein und ansprechbar, sagte der Polizist L. B. Basnet am Donnerstag. „Er sagte seinen Namen, seine Adresse und ich habe ihm etwas Wasser gegeben“, berichtete Basnet, der zu dem Eingeschlossenen vorgedrungen war. Danach habe er den Teenager aus dem Hohlraum geholt.

Die Hilfsorganisation USAID teilte mit, der Jugendliche habe in den Überresten eines siebenstöckigen Hauses in der Hauptstadt Kathmandu überlebt. Er habe zwar nicht sehr tief im Schutt gesteckt, sei aber zwischen zwei zusammengebrochenen Deckenkonstruktionen eingesperrt gewesen. Die Helfer hätten stundenlang gearbeitet, um den Jungen freizubekommen.

Bevölkerung verzweifelt

Frustration über Regierung Nepals wächst

Bevölkerung verzweifelt: Frustration über Regierung Nepals wächst

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Der Jugendliche sei mit Hilfe einer Kamera entdeckt worden, sagte der Leiter des Teams, Andrew Olvera. Nur die Reste der Stahlarmierung hätten verhindert, dass riesige Betonplatten auf die Retter und den Jungen gestürzt seien. „Die ganze Operation ist gefährlich“, sagte er. „Aber der Preis steht gegen das Risiko. Um ein Menschenleben zu retten, riskieren wir fast alles.“

Als der Teenager endlich auf einer Trage ins Freie gebracht wurde, brachen die Umstehenden in lauten Jubel aus. Der völlig verstaubte Junge kam sofort an einen Tropf. Er schien benommen und blinzelte nach Tagen in der Dunkelheit im gleißenden Sonnenlicht.

Die Zahl der Todesopfer des verheerenden Himalaya-Bebens liegt bei mehr als 5500. Allein in Nepal seien 5489 Menschen umgekommen und 11.440 verletzt worden, teilte die Polizei der besonders stark getroffenen Hauptstadt Kathmandu mit. Weitere Tote gab es in Indien und Tibet.

Opferzahlen nach Erdbeben

Katastrophen

Die Opferzahlen bei Erdbeben sind immer wieder erschreckend hoch. Beispiele von verheerenden Katastrophen mit vielen Toten aus jüngerer Zeit.

Quelle: dpa

Sumatra und Indonesien

Ein Seebeben der Stärke 9 vor der indonesischen Insel Sumatra löst Weihnachten 2004 gewaltige Tsunamis aus. Sie bringen binnen weniger Stunden Tod und Zerstörung an viele Küsten des Indischen Ozeans. Etwa 230.000 Menschen sterben. Darunter sind auch 552 Deutsche, ganz überwiegend Thailand-Touristen.

Haiti

Anfang 2010 kommen bei einem Erdbeben mehr als 220.000 Menschen ums Leben. Mindestens 1,2 Millionen Haitianer werden obdachlos. Neun Monate später bricht eine Cholera-Epidemie aus. Es sterben mehr als 7600 Menschen, mehr als 600.000 erkranken.

Pakistan

Im Oktober 2005 fordert ein Erdbeben mit der Stärke 7,6 allein in Pakistan mehr als 86.000 Todesopfer, im indischen Teil Kaschmirs etwa 1350. Mehr als 3 Millionen Menschen werden obdachlos.

China

Bei dem folgenschwersten Erdbeben in China seit 1976 werden im Mai 2008 etwa 87.000 Menschen in der südwestchinesischen Provinz Sichuan und anderen Regionen getötet. Das Beben der Stärke 7,9 bringt mehr als 5,3 Millionen Gebäude zum Einsturz. 1976 gab es im Osten Chinas nach Schätzungen zwischen 255.000 und 655.000 Todesopfer.

Japan

Ein Beben vor der Ostküste Japans mit einer Stärke von 9 und ein anschließender Tsunami richten im März 2011 schwere Zerstörungen an. Mehr als 15.800 Menschen kommen ums Leben, etwa 2600 gelten als vermisst. Das Beben führt zur Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima.

Glück hatte eine Gruppe griechischer Wanderer: Weil sie von ihrem Bergführer bestohlen wurden, sind neun griechische Bergsteiger dem verheerenden Erdbeben in Nepal entgangen. „Wir sind vergangene Woche in Kathmandu angekommen und haben dort festgestellt, dass unser Sherpa mit dem Geld verschwunden war, das wir ihm gegeben hatten“, sagte Nerit Sophokles Paitis, einer der Bergsteiger, am Sonntag dem griechischen Fernsehen. Seine Gruppe habe den Vorfall den nepalesischen Behörden gemeldet und schließlich beschlossen, am Freitag nach Griechenland zurückzukehren.

Einen Tag später ereignete sich das Erdbeben der Stärke 7,8, durch das nach neuen Angaben mehr als 3200 Menschen in Nepal ums Leben kamen. „Am Ende hatten wir Glück“, sagte Paitis. Allerdings hätten er und seine Kameraden Freunde in den Camps des Mount Everest, „die sehr schwere Zeiten durchleben“.

Katastrophe in Nepal

Drohnenvideo zeigt Ausmaß der Zerstörung in Kathmandu

Katastrophe in Nepal: Drohnenvideo zeigt Ausmaß der Zerstörung in Kathmandu

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Das Basislager des Mount Everest, wo zum Start der Klettersaison zahlreiche Bergsteiger versammelt waren, war infolge des Bebens von einer Lawine getroffen worden. 18 Menschen kamen bei dem Unglück am Samstag ums Leben.

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