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02.09.2014

13:11 Uhr

Wut aufs Finanzamt

Brief des Rendsburger Todesschützen gefunden

Ein Steuerberater erschießt in Rendsburg einen Finanzbeamten. Die Ermittler gehen von Mord aus. In einem jetzt gefundenen Brief macht der Mann die Behörde für seine finanziellen Nöte verantwortlich.

Ein Polizeifahrzeug steht in Rendsburg vor dem Finanzamt. Ein Mitarbeiter des Finanzamts ist von einem Kunden erschossen worden. dpa

Ein Polizeifahrzeug steht in Rendsburg vor dem Finanzamt. Ein Mitarbeiter des Finanzamts ist von einem Kunden erschossen worden.

RendsburgIm Haus des mutmaßlichen Todesschützen von Rendsburg hat die Polizei einen Brief gefunden, der wütende Äußerungen über das Finanzamt enthält. In dem Schreiben an seine getrennt von ihm lebende Frau macht der 55-jährige Steuerberater, der am Montag einen Finanzbeamten mit einer Pistole erschoss haben soll, die Behörde für seine finanzielle Misere verantwortlich, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Ermittlerkreisen erfuhr. Mit drastischen Worten attackiere der Mann das Amt.

Ob der Steuerberater, der als Jäger mehrere Waffen besaß, die Gewalttat in dem Schreiben angekündigt hat, blieb zunächst offen. Die Staatsanwaltschaft Kiel äußerte sich zu dem Brief nicht.

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Tödliche Schüsse im Finanzamt: In Rendsburg feuert ein Mann auf einen Beamten. Das Opfer stirbt im Krankenhaus, der Täter wird leicht verletzt festgenommen. Das Motiv ist noch unklar.

Am Dienstagnachmittag sollte der mutmaßliche Täter aus Fockbek bei Rendsburg einem Richter vorgeführt werden, der über den Erlass eines Haftbefehls entscheiden sollte. Die Staatsanwaltschaft Kiel geht von einem Mord aus. Menschen, die den Steuerberater seit vielen Jahren kennen, beschreiben ihn als notorischen Querulanten: Der Mann soll immer wieder Leserbriefe geschrieben haben und im Finanzamt mit Beschwerden vorstellig geworden sein.

Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner (SPD) will jetzt die Sicherheit in Behörden auf dem Prüfstand stellen. Hundertprozentige Sicherheit gegen solche Taten könne es aber nicht geben, sagte Breitner. Es sei ein Spagat, offene, barrierefreie Behörden für die Menschen anzustreben und zugleich mit Schutzmaßnahmen oder Besucherkontrollen für mehr Sicherheit der Mitarbeiter zu sorgen. Für Schlussfolgerungen sei es zu früh.

Von

dpa

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