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03.04.2015

16:02 Uhr

XXL-Ostereier heiß begehrt

Strauße legen pünktlich zum Fest

Schwer zu tragen, aber leicht zu finden: Ostereier der Größe XXL. Dank des milden Winters legen Deutschlands Strauße wieder prächtig. Ein Farmer in Mecklenburg geht vor dem Osterfest auf abenteuerliche Eiersuche.

Das Osterei kommt vom Huhn. Zur Ausnahme von der Regel wird immer häufiger das Straußenei. dpa

XXL-Ostereier von Straußenfarm

Das Osterei kommt vom Huhn. Zur Ausnahme von der Regel wird immer häufiger das Straußenei.

LübzDie findet man garantiert: Schon von weitem sieht Straußenzüchter Frank Löhr das große Ei auf der Koppel weiß leuchten. „Anfang März haben die Hennen angefangen zu legen, die Saison ging sehr zeitig los.“ Grund sei der milde Winter. „Da sind die Tiere ganz durcheinander“, sagt der Exotenhalter in Lübz bei Parchim.

Vorsichtig, den wild balzenden Hahn und die Flügel schlagenden Hennen stets im Auge behaltend, wagt sich der Landwirt mutig ins Gehege und holt rasch das kiloschwere „Osterei“ heraus. „Das Eiersammeln ist nicht ungefährlich, ein Abenteuer.“ Manchmal bleibe nur die Flucht vor den angriffslustigen Großvögeln über den mannshohen Zaun, erzählt er.

10 Fakten zum Osterfest

Der älteste kirchliche Feiertag

Ostern feiert die Wiederauferstehung Jesus Christus. Es ist der älteste und wichtigste Feiertag des Kirchenjahres.

Quelle: bild.de

Herkunft des Wortes „Ostern“ ungeklärt

Drei Erklärungsversuche:

1. Ostern kommt von „Ostara“, der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin. Ihr ist der Hase als heiliges Tier zugeordnet. So könnte auch der Hase als Ostersymbol durchaus einen heidnischen Ursprung haben.

2. Ostern kommt von Osten, der Himmelsrichtung, in der die Sonne aufgeht, die als Symbol für die Auferstehung Christi verstanden werden kann.

3. Ostern kommt vom mittelhochdeutschen „Urständ“, was so viel wie „Auferstehung“ bedeutet,

Kein festes Datum

Ostern gehört zu den beweglichen Festen, das Datum ist jedes Jahr anders. Der Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Das garantiert, dass es an Karfreitag nie mehr eine Sonnenfinsternis geben kann. Das Osterdatum wurde vermutlich auf dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 auf den ersten Sonntag festgelegt, der dem ersten Vollmond im Frühling folgt.

Germanen

Einige Osterbräuche stammen von den Germanen. Dazu gehören beispielsweise die Osterfeuer, aber auch die Osterräder, die vermutlich über zweitausend Jahre alt sind.

Osterinsel

Die Osterinsel wurde am Ostersonntag 1722 von dem Holländer Jakob Roggeveen entdeckt und kam so zu ihrem Namen.

Nicht nur der Hase versteckt Eier

In der Schweiz gilt der Kuckuck als Eierlieferant. In Teilen Westfalens und Hessens hat der Fuchs, in Thüringen der Storch oder auch der Hahn diese Aufgabe übernommen.

Keinohrhasen zu Ostern?

76 Prozent knabbern bei Schokohasen immer zuerst die Ohren ab

Die Kasse kligelt

Ostern ist für die Spielwarenindustrie der zweitwichtigste Feiertag nach Weihnachten. Im Schnitt geben die Deutschen 200 Millionen Euro für Spielzeug aus – rund Prozent des Gesamtjahresumsatzes. Ebenfalls profitieren die Lebensmittelindustrie und Tourismusbranche immer mehr vom Osterfest.

Das teuerste Osterei

Schenkte der russische Zar Alexander III. seiner Frau Maria Feodorowna. Es wurde vom russischen Goldschmied Carl Peter Fabergé gefertigt und bestand aus purem Gold. Im Inneren brütete eine Goldhenne mit Augen aus Rubinen. Das Kunstwerk kostete den Zaren umgerechnet etwa 500.000 Euro

Beliebteste Osterverstecke

Im Garten: Regenrinne, Hängetöpfe, auf den Kopf gestellte Pflanzentöpfe, hinter Regentonnen, Hecken, im Briefkasten oder in einer Plastiktüte im Teich, in Blumen und Bäumen.

In der Wohnung: Im Bett, Waschmaschine, in der Eierverpackung, Frischhaltedose, in Obstschalen, in Tassen im Küchenschrank, Schuhen oder Kissen.

Die Mecklenburger „Straußen-Savanne“ erstreckt sich über 18 Hektar trockenes Grasland. In der ehemaligen Kieskuhle ziehen die Züchter die afrikanischen Laufvögel eigentlich wegen ihrer muskulösen Keulen groß. Das tief rote, wildartige Straußenfleisch gilt als fett- und cholesterinarme Delikatesse, wie Löhr berichtet.

Vor elf Jahren gründete er zusammen mit Ehefrau Monika Helfrich die Farm und betreibt das Unternehmen im Nebenerwerb. Frank Löhr arbeitet als Melker in einem Milchviehbetrieb. Doch seine gefiederten Sprinter, die es locker auf sportliche 50 bis 70 Stundenkilometer bringen, seien ihm lieber als träge Kühe, gibt der Landwirt zu.

Straußenzüchter Frank Löhr zeigt an einem Gehege auf der Straußenfarm Riederfelde bei Lübz (Mecklenburg-Vorpommern) einen Korb mit weißen und bemalten Rieseneiern. Ostereier der Größe XXL aus der Farm sind dieses Jahr der Renner zum Verstecken und Dekorieren. dpa

XXL-Ostereier von Straußenfarm

Straußenzüchter Frank Löhr zeigt an einem Gehege auf der Straußenfarm Riederfelde bei Lübz (Mecklenburg-Vorpommern) einen Korb mit weißen und bemalten Rieseneiern. Ostereier der Größe XXL aus der Farm sind dieses Jahr der Renner zum Verstecken und Dekorieren.

Seit dem Ausbruch der Vogelgrippe in Südafrika und dem 2011 verhängten EU-Importstopp für Straußenfleisch vom Kap der Guten Hoffnung befänden sich die europäischen Exotenfarmen im Aufwind, erklärt Ralph Schumacher, Präsident des Bundesverbandes deutscher Straußenzüchter. Auch die Preise für Fleisch, Leder und Eier seien deutlich gestiegen.

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