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18.07.2011

10:53 Uhr

Yad Vashem in Jerusalem

Feuersbrunst bedroht Holocaust-Gedenkstätte

Wegen eines Waldbrands ist die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem evakuiert worden. Zahlreiche Erinnerungsstücke von unersetzlichem Wert sind in Gefahr.

Vom Ausgang des Museums von Yad Vashem versuchen Arbeiter, die Flammen aufzuhalten. Quelle: dapd

Vom Ausgang des Museums von Yad Vashem versuchen Arbeiter, die Flammen aufzuhalten.

Jerusalem Mitarbeiter und Besucher mussten das Museum am Sonntag verlassen, nachdem das Gebäude in Rauch gehüllt wurde, wie eine Yad-Vashem-Sprecherin sagte. Die Feuerwehr konnte den Waldbrand aber später laut Polizeiangaben unter Kontrolle bringen.

Im Kampf gegen den Waldbrand waren Feuerwehrwagen und Löschflugzeuge im Einsatz, wie die Behörden mitteilten. Die Straßen der Umgebung wurden gesperrt, Anwohner aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen und die Fenster zu schließen. Sechs Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden, weil sie Rauch eingeatmet hatten. Die Yad-Vashem-Sprecherin betonte, die Flammen seien nicht auf das Gelände der Gedenkstätte selbst vorgedrungen. Yad Vashem ist die zentrale israelische Gedenkstätte für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Dort werden zahlreiche Erinnerungsstücke von unersetzlichem Wert aufbewahrt. Das Museum liegt im Westen der Stadt.

„Das Feuer ist vollkommen unter Kontrolle“, sagte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld später. „Die Feuerwehr ist aber weiter vor Ort im Einsatz um zu verhindern, dass der Brand wieder ausbricht.“ Feuerwehr und Polizei nahmen Ermittlungen zur Brandursache auf. Es habe drei verschiedene Brandherde gegeben, was darauf schließen lassen könnte, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sei, sagte der Polizeisprecher.

Die Feuersbrunst hatte sich bis auf wenige hundert Meter der Gedenkstätte sowie dem Herzl-Berg genähert. Sechs Menschen hätten leichte Rauchverletzungen erlitten, sagte Rosenfeld. In Israel herrscht Hochsommer mit extrem heißen Temperaturen, dadurch werden Brände begünstigt.

Internationale Hilfe: Wende im Kampf gegen israelischen Waldbrand

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Dank internationaler Hilfe ist der Großbrand in Israel unter Kontrolle. 41 Menschen starben in den Flammen. 40 Prozent der Natur im Karmel-Gebirge sind zerstört. Die Regierung will Bürgern und Kommunen schnell helfen.

Im Dezember 2010 hatte Israel den schwersten Waldbrand seiner Geschichte erlebt. Bei dem Feuer im nordisraelischen Karmel-Gebirge starben mindestens 44 Menschen. Damals war die mangelhafte Ausrüstung der israelischen Feuerwehr offensichtlich geworden. Das Feuer konnte erst nach vier Tagen und mit dem Einsatz dutzender Löschflugzeuge und Helikopter aus dem Ausland gelöscht werden. Bei den tagelangen Bränden entstanden Millionenschäden und breite Waldgebiete wurden vernichtet. 

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