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27.01.2017

12:45 Uhr

Yolocaust-Aktion

Autor Shapira nimmt Bilder aus dem Netz

Die Aktion sollte eigentlich zum Nachdenken anregen, sorgte aber für zu viel Kritik. Der Autor Shahak Shapira hat seine umstrittene „Yolocaust“-Aktion eingestellt. Die Fotos wurden weltweit diskutiert.

Shahak Shapira hatte Selfies von jungen Touristen vom Holocaust-Denkmal mit Bildern aus den Konzentrationslagern kombiniert. AP

Holocaust-Mahnmal

Shahak Shapira hatte Selfies von jungen Touristen vom Holocaust-Denkmal mit Bildern aus den Konzentrationslagern kombiniert.

BerlinDer Autor Shahak Shapira, der Selfies auf dem Berliner Holocaust-Mahnmal mit Bildern aus den deutschen Vernichtungslagern verknüpft hat, stellt seine „Yolocaust“-Aktion nach einer Woche wieder ein. Eine Sprecherin sagte am Freitag, Shapira habe die Fotos aus dem Netz genommen. Nach Angagen Shapiras sei die Seite, auf der er das Verhalten von Mahnmal-Besuchern aufgespießt hatte, von mehr als 2,5 Millionen Menschen gesehen worden. Die zwölf Menschen, die auf den Selfies abgebildet gewesen seien, hätten sich inzwischen bei ihm gemeldet. Die meisten hätten entschieden, die Fotos von ihren Facebook- oder Instagram-Profilen zu löschen.

So habe ihm ein junger Mann, der ein Bild mit dem dem Titel „Auf toten Juden herumhüpfen“ ins Netz gestellt hatte, sich dafür entschuldigt. „Ich wollte niemanden beleidigen. Nun sehe ich meine eigenen Worte in den Nachrichten“, habe er geschrieben. Über Shapiras Projekt hatten Medien weltweit berichtet.

Auf der Website hatte Shapira Fotos aus sozialen Medien zusammengestellt, auf denen zumeist junge Touristen am Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin fröhlich posieren. Bewegte man den Mauszeiger über die Bilder, wurden die Protagonisten in Bilder aus Vernichtungslagern montiert. So hüpften, turnten und tanzten die Touristen nicht mehr auf dem Mahnmal herum, sondern optisch auf ermordeten Opfern der Nazis.

Von

dpa

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