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Zehn Fakten zum Kaffee

Brandenburg – eine Hochburg des Filterkaffees

VonChristopher Holletschek

162 Liter Kaffee trinkt jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Im jährlichen Report hat Tchibo aktuelle Zahlen zusammengetragen: Welches Land erntet den meisten Kaffee – und wo wird besonders gerne Instant-Kaffee getrunken?

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Seit vielen Jahrzehnten ist Brasilien der größte Kaffeeproduzent der Welt. Gut 35 Produzent der weltweiten Rohkaffeeproduktion stammten im Jahr 2014 aus dem fünftgrößten Staat der Erde. Aber die reine Erntefläche nimmt im südamerikanischen Land seit einigen Jahren ab. Während Brasilien 1990 noch über eine Fläche von rund drei Millionen Hektar verfügte, sind es 2014 „nur“ noch knapp unter zwei Millionen Hektar. Damit steht Brasilien weiterhin deutlich an der Spitze: Nur Indonesien (1,23 Millionen Hektar) kann bei der Fläche ansatzweise mithalten. Auf den Plätzen drei, vier und fünf folgen die Elfenbeinküste (883.890), Kolumbien (795.563) und Mexiko (699.307). AFP

Die größten Erzeugerländer

Seit vielen Jahrzehnten ist Brasilien der größte Kaffeeproduzent der Welt. Gut 35 Produzent der weltweiten Rohkaffeeproduktion stammten im Jahr 2014 aus dem fünftgrößten Staat der Erde. Aber die reine Erntefläche nimmt im südamerikanischen Land seit einigen Jahren ab. Während Brasilien 1990 noch über eine Fläche von rund drei Millionen Hektar verfügte, sind es 2014 „nur“ noch knapp unter zwei Millionen Hektar. Damit steht Brasilien weiterhin deutlich an der Spitze: Nur Indonesien (1,23 Millionen Hektar) kann bei der Fläche ansatzweise mithalten. Auf den Plätzen drei, vier und fünf folgen die Elfenbeinküste (883.890), Kolumbien (795.563) und Mexiko (699.307).

Bild: AFP

Bei einem Blick auf die historischen Zahlen der Ernteflächen fallen die Veränderungen bei einigen südostasiatische Ländern auf: So haben die Anbaugebiete bis zum Jahr 2014 in Thailand seit 1964 um 4075, in Vietnam seit 1984 um 4879 und in China seit 2004 um 282 Prozent zugelegt. Aber es gibt auch das krasse Gegenteil: Paraguay hat sich seit 1984 beispielsweise im Grunde komplett aus dem Kaffeegeschäft verabschiedet. Dort sind bis 2014 die Flächen um 99 Prozent geschrumpft. Ein jüngeres Beispiel ist Ghana: In nur zehn Jahren (2004 bis 2014) wurden 93 Prozent der Anbaugebiete stillgelegt. Reuters

Die Gewachsenen – und die Geschrumpften

Bei einem Blick auf die historischen Zahlen der Ernteflächen fallen die Veränderungen bei einigen südostasiatische Ländern auf: So haben die Anbaugebiete bis zum Jahr 2014 in Thailand seit 1964 um 4075, in Vietnam seit 1984 um 4879 und in China seit 2004 um 282 Prozent zugelegt. Aber es gibt auch das krasse Gegenteil: Paraguay hat sich seit 1984 beispielsweise im Grunde komplett aus dem Kaffeegeschäft verabschiedet. Dort sind bis 2014 die Flächen um 99 Prozent geschrumpft. Ein jüngeres Beispiel ist Ghana: In nur zehn Jahren (2004 bis 2014) wurden 93 Prozent der Anbaugebiete stillgelegt.

Bild: Reuters

Unter den Fairtrade-Produkten ist die Kaffeebohne der Renner. Während die Anbauflächen für beispielsweise fair gehandelte Baumwolle oder fair gehandelten Kakao zurückgehen, sind die „fairen“ Kaffee-Anbauflächen dank kontinuierlicher Steigerung inzwischen auf mehr als eine Million Hektar angewachsen. dpa

Fairtrade

Unter den Fairtrade-Produkten ist die Kaffeebohne der Renner. Während die Anbauflächen für beispielsweise fair gehandelte Baumwolle oder fair gehandelten Kakao zurückgehen, sind die „fairen“ Kaffee-Anbauflächen dank kontinuierlicher Steigerung inzwischen auf mehr als eine Million Hektar angewachsen.

Bild: dpa

Aufgrund der schieren Größe des Landes nehmen die riesigen Ernteflächen in Brasilien nur rund 0,2 Prozent der insgesamt zur Verfügung stehenden Landfläche ein. Anders sieht es in El Salvador (Foto) aus: Zwar spielt der zentralamerikanische Staat in den internationalen Top-Listen eher eine geringere Rolle, die Landesfläche war 2014 allerdings zu fast sieben Prozent mit Kaffeepflanzen bewachsen. Im Jahr 1980 waren es sogar an die neun Prozent. Reuters

Kleiner Anteil, große Wirkung

Aufgrund der schieren Größe des Landes nehmen die riesigen Ernteflächen in Brasilien nur rund 0,2 Prozent der insgesamt zur Verfügung stehenden Landfläche ein. Anders sieht es in El Salvador (Foto) aus: Zwar spielt der zentralamerikanische Staat in den internationalen Top-Listen eher eine geringere Rolle, die Landesfläche war 2014 allerdings zu fast sieben Prozent mit Kaffeepflanzen bewachsen. Im Jahr 1980 waren es sogar an die neun Prozent.

Bild: Reuters

Kein Getränk wird in Deutschland häufiger konsumiert als der Kaffee. Im Schnitt trinkt der Deutsche rund 162 Liter pro Jahr. Unter den Konsumenten greifen mehr als 57 Prozent mehrmals täglich zum Kaffee. Bei den Tschechen sind es 60,4 Prozent, bei den Schweizern sogar 60,8 Prozent. In Polen scheint eine andere Mentalität vorzuherrschen: Dort begnügen sich 33,9 Prozent mit nur einer Tasse am Tag (zum Vergleich: in Deutschland sind es 24,6 Prozent). Reuters

Heiß geliebt

Kein Getränk wird in Deutschland häufiger konsumiert als der Kaffee. Im Schnitt trinkt der Deutsche rund 162 Liter pro Jahr. Unter den Konsumenten greifen mehr als 57 Prozent mehrmals täglich zum Kaffee. Bei den Tschechen sind es 60,4 Prozent, bei den Schweizern sogar 60,8 Prozent. In Polen scheint eine andere Mentalität vorzuherrschen: Dort begnügen sich 33,9 Prozent mit nur einer Tasse am Tag (zum Vergleich: in Deutschland sind es 24,6 Prozent).

Bild: Reuters

Ebenfalls regionale Unterschiede werden beim Blick auf die Zubereitung des schwarzen Getränks deutlich. In den neuen Bundesländern ist die klassische Filterkaffeemaschine weit verbreitet. So sind 84 Prozent der Haushalte in Brandenburg mit dem auch bundesweit beliebtesten Gerät ausgestattet. In Sachsen sind es 81,6 Prozent. Anders sieht es in Baden-Württemberg aus: Dort bereiten „nur“ 59 Prozent der Haushalte ihren Kaffee mit dem Klassiker zu. Vielmehr sind dort 24,6 Prozent mit einem Vollautomaten ausgestattet – bundesweiter Spitzenwert. Die Pad-Maschinen sind im Westen am beliebtesten (Saarland: 52 Prozent, NRW: 42,9 Prozent), die Zubereitung mit Kapseln ist im Norden stark verbreitet (Hamburg: 23,6 Prozent, Schleswig-Holstein: 22,4 Prozent). dapd

Frisch gebrüht

Ebenfalls regionale Unterschiede werden beim Blick auf die Zubereitung des schwarzen Getränks deutlich. In den neuen Bundesländern ist die klassische Filterkaffeemaschine weit verbreitet. So sind 84 Prozent der Haushalte in Brandenburg mit dem auch bundesweit beliebtesten Gerät ausgestattet. In Sachsen sind es 81,6 Prozent. Anders sieht es in Baden-Württemberg aus: Dort bereiten „nur“ 59 Prozent der Haushalte ihren Kaffee mit dem Klassiker zu. Vielmehr sind dort 24,6 Prozent mit einem Vollautomaten ausgestattet – bundesweiter Spitzenwert. Die Pad-Maschinen sind im Westen am beliebtesten (Saarland: 52 Prozent, NRW: 42,9 Prozent), die Zubereitung mit Kapseln ist im Norden stark verbreitet (Hamburg: 23,6 Prozent, Schleswig-Holstein: 22,4 Prozent).

Bild: dapd

Beim grenzüberschreitenden Vergleich der verwendeten Kaffeearten findet sich ein weiteres Kuriosum: Während 65,7 Prozent der deutschen Kaffeetrinker, die regelmäßig zum Heißgetränk greifen, auf Filterkaffee setzen, bevorzugen 16,4 Prozent den Instant-Kaffee. In Tschechien ist das Gegenteil der Fall. Weniger als 20 Prozent greifen zum Filter und 61,3 Prozent nehmen mit der Instant-Variante vorlieb. dpa

Verkehrte Welt

Beim grenzüberschreitenden Vergleich der verwendeten Kaffeearten findet sich ein weiteres Kuriosum: Während 65,7 Prozent der deutschen Kaffeetrinker, die regelmäßig zum Heißgetränk greifen, auf Filterkaffee setzen, bevorzugen 16,4 Prozent den Instant-Kaffee. In Tschechien ist das Gegenteil der Fall. Weniger als 20 Prozent greifen zum Filter und 61,3 Prozent nehmen mit der Instant-Variante vorlieb.

Bild: dpa

Mit durchschnittlich 1,91 Euro pro Tasse Filterkaffee liegt Deutschland im europäischen Vergleich im gehobenen Mittelfeld. Das Tee-Land Großbritannien liegt mit 2,37 Euro zwar auf dem zweiten Rang, aber immer noch deutlich hinter der Schweiz mit 3,25 Euro pro Tasse. Für den Preis würde man etwa in Bulgarien fast sechs Tassen bekommen. Dort liegt der Tassenpreis im Durchschnitt bei nur 56 Cent. dpa

Gern bezahlt

Mit durchschnittlich 1,91 Euro pro Tasse Filterkaffee liegt Deutschland im europäischen Vergleich im gehobenen Mittelfeld. Das Tee-Land Großbritannien liegt mit 2,37 Euro zwar auf dem zweiten Rang, aber immer noch deutlich hinter der Schweiz mit 3,25 Euro pro Tasse. Für den Preis würde man etwa in Bulgarien fast sechs Tassen bekommen. Dort liegt der Tassenpreis im Durchschnitt bei nur 56 Cent.

Bild: dpa

Kaffeetrinker in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Tschechien assoziieren mit dem beliebten Heißgetränk neben Geborgenheit und Liebe vor allem Wärme. An erster Stelle jedoch wird bei den Deutschen der Kaffee mit etwas Nützlicherem verbunden: Energie. dpa

Was wir mit dem Kaffee verbinden

Kaffeetrinker in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Tschechien assoziieren mit dem beliebten Heißgetränk neben Geborgenheit und Liebe vor allem Wärme. An erster Stelle jedoch wird bei den Deutschen der Kaffee mit etwas Nützlicherem verbunden: Energie.

Bild: dpa

Obwohl der Kaffee aufgrund der klimatischen Bedingungen nur im sogenannten „Kaffeegürtel“, der zwischen dem 23. Grad nördlicher Breite und dem 25. Grad südlicher Breite liegt, angebaut werden kann, herrscht auch in Deutschland und Europa ein reger und stetig wachsender Handel mit dem „Schwarzen Gold“. Im Jahr 2006 importierte Deutschland insgesamt 42.286 Tonnen Röstkaffee und führte ein wenig mehr als 119.000 Tonnen ins Ausland aus. Neun Jahre später hat sich die Einfuhr auf 76.339 Tonnen fast verdoppelt (plus 80,53 Prozent) und der Export hat um rund 64 Prozent auf 195.370 Tonnen zugelegt. Den meisten Kaffee erhält Deutschland seit jeher aus Italien. Die wichtigsten Handelspartner für Import als auch Export sind zudem Polen und die Niederlande. Quelle: Tchibo Kaffeereport 2017 (hier zum vollständigen Report als PDF) dpa

Handelsware

Obwohl der Kaffee aufgrund der klimatischen Bedingungen nur im sogenannten „Kaffeegürtel“, der zwischen dem 23. Grad nördlicher Breite und dem 25. Grad südlicher Breite liegt, angebaut werden kann, herrscht auch in Deutschland und Europa ein reger und stetig wachsender Handel mit dem „Schwarzen Gold“. Im Jahr 2006 importierte Deutschland insgesamt 42.286 Tonnen Röstkaffee und führte ein wenig mehr als 119.000 Tonnen ins Ausland aus. Neun Jahre später hat sich die Einfuhr auf 76.339 Tonnen fast verdoppelt (plus 80,53 Prozent) und der Export hat um rund 64 Prozent auf 195.370 Tonnen zugelegt. Den meisten Kaffee erhält Deutschland seit jeher aus Italien. Die wichtigsten Handelspartner für Import als auch Export sind zudem Polen und die Niederlande.

Quelle: Tchibo Kaffeereport 2017 (hier zum vollständigen Report als PDF)

Bild: dpa

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