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01.08.2014

20:23 Uhr

Zeitweiliger Facebook-Ausfall

„Jetzt muss ich rausgehen und mit Leuten reden“

Ein zeitweiliger Ausfall von Facebook hat die Netz-Gemeinde aufgewühlt. In den USA beschwerten sich Verzweifelte sogar bei der Polizei. Während des Ausfalls versammelten sich dafür viele bei Twitter.

Der Schatten einer Frau mit einem Handy vor dem Schriftzug des sozialen Internet-Netzwerks Facebook: Der Ausfall sorgte für Aufregung und Lacher. dpa

Der Schatten einer Frau mit einem Handy vor dem Schriftzug des sozialen Internet-Netzwerks Facebook: Der Ausfall sorgte für Aufregung und Lacher.

New YorkEin zeitweiliger Facebook-Ausfall hat viele Nutzer weltweit im Regen stehen lassen. Ab dem Nachmittag deutscher Zeit war das Soziale Netzwerk plötzlich vielerorts nicht mehr erreichbar. Facebook erklärte, an dem Problem zu arbeiten, ohne zunächst einen Grund für die Störung zu nennen. Am frühen Abend berichteten Mitglieder, wieder auf Facebook zugreifen zu können.

„Mein Sozialleben ist vorbei“, schrieb ein Nutzer auf Twitter, wo sich die Ausgeschlossenen unter dem Hashtag #facebookdown versammelten. „Jetzt muss ich rausgehen und mit Leuten reden.“

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

In den USA sorgte der Tweet eines Sergeant Burton Brink für Lacher: „Facebook ist keine Sache für die Polizei, bitte rufen Sie uns nicht mehr wegen des Ausfalls an. Wir wissen nicht, wann Facebook wieder funktioniert.“ Das Revier bekomme derartige Anrufe „ständig“, auch wenn das Kabelfernsehen ausfalle, antwortete Brink auf verblüffte Nachfragen anderer Twitter-Nutzer.

Brink arbeitet nach eigenen Angaben beim Los Angeles County Sheriff's Department und ist bei Twitter mit dieser Identität auch bestätigt. Ein Sprecher des Sheriff's-Büros konnte die Echtheit auf Anfrage der dpa zunächst nicht bestätigen. Ein Sprecher der New Yorker Polizei sagte der dpa: „Von solchen Fällen habe ich noch nie gehört.“

Von

dpa

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