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19.02.2015

12:13 Uhr

Zigarettenwerbung

Dieter Bohlen, Lucky Strike und die Menschenrechte

Bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zogen Dieter Bohlen und Ernst August Prinz von Hannover wegen einer Zigarettenwerbung – vergeblich. Die Grundrechte der Promis wurden nicht verletzt.

Ernst August Prinz von Hannover (l.) und Musikproduzent Dieter Bohlen. Die beiden Prominenten klagen wegen einer Zigarettenwerbung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. dpa

Gemeinsam gegen Lucky Strike

Ernst August Prinz von Hannover (l.) und Musikproduzent Dieter Bohlen. Die beiden Prominenten klagen wegen einer Zigarettenwerbung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

StraßburgDer Musikproduzent Dieter Bohlen (61) und Ernst August Prinz von Hannover (60) sind mit einer Grundrechtsbeschwerde über die Werbung mit ihren Vornamen gescheitert. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat am Donnerstag in Straßburg eine Klage der zwei Prominenten über Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte abgewiesen.

Grund für die Beschwerde waren verlorene Schadensersatzklagen der beiden Prominenten wegen einer satirisch-spöttischen Werbekampagne für die Zigarettenmarke „Lucky Strike“ in den Jahren 2000 und 2003. Die Kampagne hatte die Vornamen der beiden Promis genutzt.

Eine Anzeige enthielt eine ironische Anspielung auf ein 2003 erschienenes Buch Bohlens. Dabei war auf dem Werbeplakat der Spruch „Schau mal, lieber Dieter, so einfach schreibt man super Bücher“ zu lesen - einige der Wörter waren dabei notdürftig mit einem ebenfalls auf dem Plakat abgebildeten schwarzem Filzstift übermalt. Bohlens Buch war nach Klagen Prominenter mit einigen geschwärzten Passagen erschien.

Eine andere Anzeige nahm satirisch Bezug auf Medienberichte, wonach Prinz Ernst August von Hannover 1998 und 2000 in tätliche Auseinandersetzungen verwickelt gewesen war. Abgebildet war eine eingedrückte Zigarettenschachtel der Marke „Lucky Strike“ mit der Textzeile: „War das Ernst? Oder August?“

Beide Beschwerdeführer sahen sich von den Anzeigen in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte ihre Klagen 2008 abgewiesen. Die Einwilligung des Prominenten sei in dem Fall unnötig, da sich die Anzeige „in satirisch-spöttischer Form mit einem in der Öffentlichkeit diskutierten Ereignis auseinandersetzt“, hieß es in dem ablehnenden BGH-Urteil.

Der EGMR befand in seinem Urteil, dass der BGH die Interessen der Beteiligten aber sorgfältig genug abgewogen habe.

Von

dpa

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