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21.05.2014

19:36 Uhr

Zu breite Züge bestellt

Frankreich muss 1300 Bahnsteige umbauen

Frankreichs Staatsbahn hat neue Regionalzüge bestellt – nur leider sind die breiter als die alten. Der Umbau der Bahnsteige verschlingt Millionen. Die Politik nutzt nur noch die Worte: unglaublich, dämlich, erschreckend.

Der neue SNCF Regional Express, gebaut von Alstom: 50 Millionen Euro werden für den Umbau der Bahnsteige im ganzen Land fällig. AFP

Der neue SNCF Regional Express, gebaut von Alstom: 50 Millionen Euro werden für den Umbau der Bahnsteige im ganzen Land fällig.

ParisEs klingt wie ein Schildbürgerstreich, ist aber Realität und empört Frankreich: Die neuen Regionalzüge der französischen Staatsbahn SNCF sind breiter als die alten, weshalb nun mit Millionen-Aufwand 1300 Bahnsteige umgebaut werden müssen. Die SNCF und das für das Schienennetz zuständige Unternehmen RFF bestätigten am Mittwoch in Paris, dass für 50 Millionen Euro 1300 der 8700 Bahnsteige bis 2016 verändert werden müssten.

Die betroffenen Bahnsteige sind entweder zu nah an den Gleisen oder zwischen den Bahnsteigen ist nicht mehr genug Platz für die breiteren Regionalzüge. 300 Bahnsteige wurden bereits umgebaut. Die Arbeiten können laut einem RFF-Sprecher ein Abschleifen von Bahnsteigen oder die Verlegung von Elektrokästen umfassen. Er räumte ein, dass das Problem „etwas spät“ erkannt worden sei. Bis Ende 2016 sollen die neuen Regionalzüge im Einsatz sein.

Die zuständige sozialistische Umwelt- und Energieministerin Ségolène Royal nannte die Vorgänge „erschreckend“ und forderte Aufklärung über die Gründe für „solch dämliche Entscheidungen“. Sie versicherte nach einer Kabinettsitzung, dass die Regionen für diese „unglaublichen Fehler“ nichts bezahlen werden.

Transport-Staatssekretär Frédéric Cuvillier sprach von einer „abenteuerlichen“ Situation. Der Fall zeige die Notwendigkeit einer Bahnreform in Frankreich. Die Reform, die am 16. Juni im Parlament behandelt werden soll, sieht vor, dass SNCF und RFF in ein großes Unternehmen in öffentlicher Hand zusammengelegt werden.

Der Parteichef der Sozialisten, Jean-Christophe Cambadélis, brachte einen Rücktritt der Verantwortlichen bei SNCF und RFF ins Gespräch. Im Sender i-Télé sprach er von einer „haarsträubenden“ Geschichte. Im Parlament sollen schon bald die Chefs von SNCF und RFF Rede und Antwort stehen müssen. RFF versicherte, die Umbaukosten würden keine Auswirkungen auf die Fahrschein-Preise oder für die Steuerzahler haben.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

21.05.2014, 19:54 Uhr

Wie immer in Frankreich:
Es entstehen keine Kosten, weil das Geld für die Behebung der Schlamperei herbeigeredet wird... und niemand verantwortlich ist... ganz einfach!

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