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27.07.2012

17:00 Uhr

Zu hohe Kosten

Heftiger Streit um Ausflaggung der„MS Deutschland“

Das „Traumschiff“ soll aus Kostengründen künftig unter der Flagge Maltas statt Deutschlands fahren. Der eigene Kapitän sei an Bord „nicht mehr erwünscht" und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Reederei.

Der Kapitän der „MS Deutschland“, Andreas Jungblut (rechts, hier mit „Traumschiff“-Filmkapitän Siegfried Rauch) hat angeblich keine Erlaubnis mehr an Bord seines Schiffes zu gehen. picture-alliance/ dpadpa/ picture alliance

Der Kapitän der „MS Deutschland“, Andreas Jungblut (rechts, hier mit „Traumschiff“-Filmkapitän Siegfried Rauch) hat angeblich keine Erlaubnis mehr an Bord seines Schiffes zu gehen.

Hamburg/LondonGroße Aufregung um das „Traumschiff“: Im Streit um die geplante Ausflaggung der durch eine ZDF-Fernsehserie bekannten „MS Deutschland“ hat der Kapitän der Reederei schwere Vorwürfe gemacht. Er sei von der Firmenleitung mit einem Schiffsverbot belegt worden, als er dieses während seines Urlaubs in London habe besuchen wollen, sagte Andreas Jungblut der „Bild“-Zeitung vom Freitag. Die Reederei wies Jungbluts Vorwürfe zurück.

Das Kreuzfahrtschiff ist derzeit das einzige, das unter deutscher Flagge fährt. Die Reederei Deilmann aus Neustadt in Schleswig-Holstein hatte im Mai angekündigt, das 175-Meter-Schiff, das seit Ende der 1990er Jahre als Kulisse für die ZDF-Fernsehserie „Traumschiff“ dient, aus Kostengründen künftig unter der Flagge Maltas fahren zu lassen. Die Reederei gehört seit 2010 dem Münchner Finanzinvestor Aurelia. Die Ankündigung hatte zu Protesten geführt, auch von Jungblut, der das nach eigenen Angaben im Interesse der Crew verhindern will.

Ausflaggungen werden vor allem aus Kostengründen vorgenommen. Von den mehr als 3700 Schiffen der von deutschen Reedereien kontrollierten Handelsflotte fuhren nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Ende 2011 lediglich 530 unter deutscher Flagge. Ausflaggungen ermöglichen Reedern unter anderem, Besatzungen ohne die im Inland geltenden Tarifbestimmungen oder Sozialangaben anzuheuern.

Wie Jungblut der „Bild“-Zeitung sagte, reiste er nach London, um der Crew beizustehen. Der Schiffseigner habe ihm aber mitgeteilt, er sei an Bord nicht erwünscht. Die „MS Deutschland“ liegt wegen der Olympischen Spiele in London vor Anker, wo sie als Gästeschiff des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) fungiert. Anschließend soll es die deutschen Sportler nach Hause bringen.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

27.07.2012, 17:58 Uhr

Na ja, die Ausflaggung eines Cruise Ships ist noch zu verschmerzen.
Schwieriger wird es, wenn eines Tages auch die deutsche Autoindustrie
ausgeflaggt wird. Der Trend ist doch heute schon klar erkennbar.

Account gelöscht!

27.07.2012, 18:04 Uhr

Die Passagiere welche auf der Deutschland fahren wollen, sind bereit, sich auch in den Dienst der deutschen Flagge zu stellen.
Die Reederei hat es versäumt, rechtzeitig mit der Politik einen Kompromiss anzustreben, der für die Reederei, die Passagiere u. die Crew auch in der Zukunft eine tragbare Lösung bietet!
Man kann mit der Politik verhandeln, man sollte das nur rechtzeitig tun!

THHL

27.07.2012, 18:05 Uhr

Bei dem Finanzinvestor handelt es sich um Aurelius und nicht um Aurelia.

Übrigens, der Bruder von Frau von der Leyen ist Vorstandsmitglied bei Aurelius.

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