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30.03.2011

12:37 Uhr

Zu kleine Evakuierungszone

Greenpeace warnt vor gefährlichen Strahlungsdosen

Greenpeace hat rund 40 Kilometer vom Unglücksreaktor Fukushima entfernt überhöhte Strahlungswerte gemessen. Das stellt die bisherige Evakuierungszone infrage. Die Regierung sucht verzweifelt nach wirksamen Maßnahmen.

Strahlung im Meer extrem hoch

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TokioFast drei Wochen nach dem Atomunfall in Fukushima bekommen die Techniker die Strahlen-Lecks nicht in den Griff. Die japanische Regierung erwägt Notmaßnahmen gegen den Austritt von Radioaktivität aus der Atom-Ruine. Überlegt wird, die Reaktoren mit Spezialgewebe abzudecken. Ein Anzeigen für Strahlen-Lecks sind hohe Jod-131-Werte im Meer. Greenpeace schlägt zudem nach Messungen Alarm: Die Gesundheit der Anwohner sei stark gefährdet. Der bisherige Chef des Betreibers Tepco kam mit „Bluthochdruck“ ins Krankenhaus.

Die Regierung und Atomexperten diskutierten „jede Möglichkeit“, um das havarierte Kraftwerk unter Kontrolle zu bringen, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Um was für ein Spezialgewebe es sich bei den Plänen zur Abdichtung der Meiler handeln könnte, erläuterte er nicht.

Zuvor war im Meer vor Fukushima der zulässige Wert des radioaktiven Jods-131 um das 3355-Fache überschritten worden. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace stellte die Ergebnisse eigener Strahlenmessungen im Gebiet um Fukushima Eins vor. Die Ergebnisse seien so besorgniserregend, dass Greenpeace eine Ausweitung der Evakuierungszone von derzeit 20 auf 40 Kilometer vorschlug.

Greenpeace warnte, vor allem Kindern und schwangeren Frauen drohe Gefahr. Außerhalb der 20-Kilometer-Zone seien die Strahlungswerte zum Teil höher als in dem Evakuierungsgebiet. Im Ort Tsushima, rund 35 Kilometer entfernt von der Atomanlage, seien bis zu 100 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden - nach Greenpeace-Angaben wurde dort die maximale Jahresdosis für Menschen in acht Stunden erreicht.

Die Messungen zeigten auch in dem 7000-Einwohner-Ort Iitate, 40 Kilometer vom Kraftwerk, eine Strahlenbelastung von bis zu zehn Mikrosievert in der Stunde. Jan van de Putte, Strahlenexperte von Greenpeace, sagte dazu in Tokio: „Es ist für die Menschen eindeutig nicht sicher, in Iitate zu bleiben, vor allem für Kinder und schwangere Frauen. Sie könnten die maximal zulässige jährliche Strahlendosis in nur wenigen Tagen abbekommen.“

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