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10.06.2014

18:03 Uhr

Zugausfälle, Autobahnsperrungen, schulfrei

NRW leckt seine Wunden – Neue Unwetter drohen

Autobahnen bleiben gesperrt, Züge fallen aus, Schulen schließen: Die schwersten Unwetter seit Kyrill sorgen weiterhin für Chaos. Die Aufräumarbeiten könnten Wochen dauern. Indes wächst die Sorge vor neuen Unwettern.

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Wer zahlt bei Unwetterschäden?

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DüsseldorfPendler im Nah- sowie Fernverkehr bekommen die Spuren der Unwetterfront vom Pfingstmontag in Nordrhein-Westfalen am stärksten zu spüren: Mehrere Autobahnen sind noch gesperrt, der Nah- und Fernverkehr läuft nur schleppend an, weil vielerorts Bäume die Gleise blockieren.

Die Aufräumarbeiten auf Straßen und Bahnstrecken könnten sogar noch einige Wochen dauern, teilte der Landesbetrieb Straßen.NRW auf seiner Homepage mit. Allein auf der A 52 bei Essen waren am Montagabend etwa 150 Bäume auf die Fahrbahn gestürzt.

Wegen der laufenden Aufräumarbeiten bleibt die A43 bei Recklinghausen in Richtung Wuppertal voraussichtlich bis Mittwochmorgen (11.6.) gesperrt. Die A540 bei Grevenbroich in Richtung Köln sogar bis Donnerstag. Hier waren mehrere Bäume durch den Sturm umgestürzt, zudem muss kontrolliert werden, welche Bäume jetzt nicht mehr standfest sind.

Die Arbeiten auf der A40 in Richtung Dortmund werden bis heute (10.6.) gegen Mitternacht laufen. Auch hier waren zahlreiche Bäume auf die Fahrbahn gestürzt. Die Fahrspur in Fahrtrichtung Dortmund bleibt gesperrt. Die A3 bei Ratingen in Richtung Köln kann dagegen am Montagabend wieder zweistreifig befahren werden. Der dritte Fahrstreifen bleibt noch einige Stunden gesperrt. Hier ist ein Fällkran im Einsatz.

Schwierige Unwetterwarnungen

Kommunikation durch den DWD

Katastrophenschutz, Medien und Bürger sind Adressaten der Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Amtliche Warnungen, die in Deutschland allein Sache des DWD seien, gingen immer an das Technische Hilfswerk, Feuerwehr-Leitstellen, das Rote Kreuz und das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche. Außerdem seien alle Medien in Deutschland Empfänger der Warnungen

Unwetter-Newsletter

Zusätzlich erhielten rund 60 000 Empfänger die Warnungen per E-mail - diese Unwetter-Newsletter seien beispielsweise für interessierte Bürger gedacht. Seit 2011 informiere der DWD außerdem auf Facebook über drohende Gefahren - am Pfingstwochenende sei die Zahl der Facebook-Freunde um 4000 auf jetzt über 50 000 gestiegen. Im Internet bietet der DWD eine Warnseite.

Vier-Stufen-System

Gewarnt wird bis auf Landkreisebene vor gefährlichen Wettererscheinungen - etwa Hitze oder Sturm, Stark- oder Dauerregen, Schneefall, Schneeverwehungen, Glätte, Tauwetter, Nebel oder Frost. In vier Stufen wird auf Gefahren aufmerksam gemacht: Von der „Wetterwarnung“ (auf der Karte im Internet hellgelb) über die „Warnung vor markantem Wetter“ (orange) bis zur „Unwetterwarnung“ (rot) und „Warnung vor extremem Unwetter“ (dunkelviolett). Diese letzte Stufe werde nur etwa ein Dutzend Mal im Jahr ausgerufen, sagte Kirsche. Am Montagabend galt sie für Teile Nordrhein-Westfalens.

Schwierige Prognosen

In der Regel könne der DWD maximal zehn Stunden im Voraus warnen - bei kleinräumigen Gewittern aber manchmal erst 30 Minuten, bevor der erste Tropfen fällt, sagte Kirsche. Punktgenaue Gewitter-Prognosen gehören nach Aussagen der Meteorologen zu den schwierigsten Aufgaben.

Opfer sind nicht zu verhindern

Trotz ausführlicher Warnungen vor Unwettern sind aus der Sicht des DWD Opfer nicht zu verhindern. Und der volkswirtschaftliche Nutzen des Warnsystems sei schwierig zu beziffern, sagte Kirsche. „Das ist eine der schwierigsten Berechnungen überhaupt.“ Es sei unmöglich zu sagen, wie viele Menschen wegen der Warnung zu Hause geblieben sind.

Auch auf Bundes- und Landesstraßen kommt es noch zu zahlreichen Verkehrseinschränkungen. Im sauerländischen Brilon etwa musste in der Nacht die L870 von einer Schlammlawine geräumt werden, damit der Verkehr wieder fließen konnte. Zudem war die L776 zwischen Bestwig und Rüthen gesperrt. Im Moment sind fast überall die Straßenmeistereien mit Kehrmaschinen unterwegs, um die Straßen von den Sturmfolgen zu reinigen

Pendler, die auf die Bahn ausweichen wollten, mussten ebenfalls mit schweren Behinderungen rechnen. Im Zugverkehr kam es zu Ausfällen und erheblichen Verspätungen – sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr. Ein Schienenersatzverkehr sei wegen der witterungsbedingten Schäden nur begrenzt möglich.

Der Bahn zufolge beeinträchtigten die Auswirkungen des Unwetters auch den bundesweiten Zugverkehr: Zahlreiche ICE- und IC-Linien würden umgeleitet, andere endeten vorzeitig, teilte die Bahn mit. So verkehrten ICEs aus Berlin Richtung Köln/Bonn nur bis Hamm. Die Bahn schaltete eine Sonderhotline.

Kommentare (1)

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11.06.2014, 10:30 Uhr

Ob es denn sein kann , dass das Wetter NRW bestraft weil die Politik da so schlecht mit dem Geld umgeht ????

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