Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.03.2016

11:08 Uhr

Zwei Jahre nach Verschwinden

Wrackteile vor Mosambik fast sicher von Flug MH370

Ermittler gehen mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die in Mosambik angespülten Trümmerteile zum verschwundenen Flug MH370 gehören. Der Fund stützt eine Theorie der Behörden.

Das Fundstück konnte dem Flug MH370 zugeordnet werden. AFP; Files; Francois Guillot

Trümmerteil

Das Fundstück konnte dem Flug MH370 zugeordnet werden.

CanberraExperten haben mit großer Wahrscheinlichkeit zwei neue Wrackteile der verschollenen Malaysia-Airlines-Boeing Flug MH370 identifiziert. Die Trümmerteile waren in den vergangenen Wochen an der Küste von Mosambik in Afrika angespült worden. Sie wurden diese Woche in einem Labor in Australien untersucht. „Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Trümmerteile fast mit Sicherheit von MH370 stammen“, teilte Verkehrsminister Darren Chester am Donnerstag mit.

Die Malaysier, die an der Untersuchung beteiligt waren, gaben Details bekannt: „Die Farbe und die Markierungen auf beiden Teilen entsprechen dem, was Malaysia Airlines verwendet“, teilte das Transportministerium mit. „Dimensionen, Material und Bauweise beider Teile stimmen mit den Spezifikationen einer Boeing 777 überein. Beide Transportminister benutzen die Formulierung, dass die knapp ein Meter langen Teile „fast mit Sicherheit“ zum MH370 gehören.

Das rätselhafte Verschwinden von MH370

8. März 2014

Die Airline teilt mit, der Kontakt sei kurz nach dem Start abgebrochen. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Vor Vietnam beginnt eine internationale Suche.

14. März

Die Suche konzentriert sich auf den Indischen Ozean - Hunderte Kilometer westlich der ursprünglichen Flugroute.

15.März

Die Ermittler vermuten Sabotage. Die Boeing sei nach dem letzten Kontakt stundenlang auf neuem Kurs geflogen. Wahrscheinlich wurden Kommunikationssysteme absichtlich abgeschaltet, heißt es.

29. Mai

Die Maschine liege nicht im vermuteten Absturzgebiet, teilt das Koordinationszentrum mit.

20. Juni

Nach einer neuen Datenanalyse ist das Flugzeug wahrscheinlich weiter südlich als angenommen abgestürzt.

26. Juni

MH370 flog nach Einschätzung der Ermittler vor dem Absturz auf Autopilot.

28. August

Neueste Auswertungen legen nahe, dass das Flugzeug womöglich etwas früher Richtung Süden abdrehte.

5. Oktober

Die Suche wird in einem neu eingegrenzten Gebiet wieder aufgenommen.

29. Januar 2015

Malaysia erklärt alle Passagiere des vermissten Flugzeugs für tot. Die Suche nach der Maschine geht weiter.

8. März

Ein von Malaysias Verkehrsministerium am Jahrestag des Verschwindens veröffentlichter Zwischenbericht enthält nichts Neues.

24. März

Neuen Analysen zufolge ist das Flugzeug in den südlichen Indischen Ozean gestürzt. Das letzte Signal wurde laut malaysischer Regierung westlich der australischen Stadt Perth empfangen.

29. Juli

Ein Wrackteil vor der Insel La Réunion löst Spekulationen um mögliche Verbindungen zu Flug MH370 aus.

Der Fundort im südlichen Afrika untermauert die These der Ermittler, dass die seit zwei Jahren verschwundene Maschine mit 239 Menschen an Bord im südlichen Indischen Ozean abstürzte. Sie war in Kuala Lumpur in Malaysia gestartet und sollte nach Peking fliegen. Was an Bord passierte, ist völlig unklar. Die Maschine flog nach der Analyse von automatischen Satellitendaten stundenlang Richtung Süden. Experten suchen in einem 120 000 Quadratkilometer großen Gebiet rund 2000 Kilometer westlich von Perth an der australischen Westküste mit Spezialschiffen seit fast zwei Jahren vergeblich nach dem Wrack.

„Dass Trümmerteile an der Ostküste Afrikas gefunden werden passt mit den Strömungsmodellen zusammen“, sagte Chester. Zwischen der angenommenen Absturzregion und Mosambik liegen zwar mehr als 6000 Kilometer. Aber die Oberflächenströmung bewegt das Meer zwischen Australien und Afrika in einer riesigen Kreisbewegung. Der nördliche Bogen fließt von Ost nach West.

Ein Teil der Maschine, eine Flügelklappe, wurde bereits im vergangenen Juli auf der Insel La Réunion östlich von Madagaskar angespült. Ein Archäologe fand vor Kurzem ein weiteres mögliches Wrackteil in Südafrika. Es könnte sich um eine Triebwerksverkleidung handeln. Das Stück ist aber noch nicht näher untersucht worden.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×