Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.07.2012

16:15 Uhr

Zwei Tote

Erneuter Kletterunfall in den Alpen

In den Schweizer Alpen sind nur zwei Tage nach dem Absturz fünf deutscher Kletterer erneut zwei Bergsteiger ums Leben gekommen. Die Todesursache ist noch ebenso ungeklärt, um Deutsche handele es sich diesmal wohl nicht.

Erneuter Unfall in den Schweizer Alpen dpa

Erneuter Unfall in den Schweizer Alpen

Grindelwald/BaselZwei Tage nach dem tödlichen Absturz von fünf deutschen Touristen in den Walliser Alpen sind erneut zwei ausländische Bergsteiger in der Schweiz ums Leben gekommen. Bei den Verunglückten handele es sich vermutlich nicht um Deutsche, sagte eine Sprecherin der Kantonspolizei Bern am Freitag der Nachrichtenagentur dapd. Das Unglück ereignete sich demnach am Donnerstag an der Westflanke des Eigers im Berner Oberland.

Die Ermittlungen zu den Todesumständen und die Identifikation der Bergsteiger liefen den Angaben zufolge auf Hochtouren, wurden jedoch durch die schlechten Wetterbedingungen erschwert. Am Nachmittag lagen auf dapd-Anfrage noch keine neuen Erkenntnisse vor.

Die Leichname der beiden Bergsteiger wurden von Rettungskräften geborgen. Zwei Menschen, die am Eiger unterwegs sein sollten, waren am Donnerstagmorgen als vermisst gemeldet worden. Ob es sich bei den Vermissten um die Verunglückten handelt, konnte die Kantonspolizei Bern zunächst nicht bestätigen. "Momentan gehen wir jedoch davon aus, dass es sich nicht um Deutsche handelt", sagte die Sprecherin. Die Vermisstenmeldung habe aber nicht deutsche Staatsangehörige betroffen, sagte sie.

Die Todesumstände seien noch unklar. Das Wetter zum Zeitpunkt des Unglücks sei aber schön gewesen, fügte sie hinzu: "Es war ein schöner, warmer Sommertag."

Die Eigerwestflanke ist eine beliebte Bergsteigerroute. Der Eiger ist 3.970 Meter hoch. Erst am Dienstag waren deutsche Urlauber am 4.010 Meter hohen Lagginhorn im Kanton Wallis tödlich verunglückt. Sie waren laut Polizeiangaben vermutlich auf dem glatten Schnee ausgerutscht und abgestürzt.

Trotz der sich häufenden Bergunglücke in der laufenden Woche ging der Direktor des Schweizer Tourismus-Verbands, Mario Lütolf, nicht von einer Gefährdung der örtlichen Reisebranche aus. Vielmehr sah er die Bergsteiger selbst in der Pflicht, sich "gewissenhaft" auf ihre Touren vorzubereiten.

Die Berge in der Schweiz seien zwar nicht gefährlicher als in anderen Ländern, aber es gebe "besondere Bedingungen, die einen besonderen Ausbildungsstandard verlangen". Zu einer professionellen Vorbereitung gehöre es, sich das richtige Material und die richtigen Informationen vorab zu besorgen und auch die Möglichkeiten einer Führung in Anspruch zu nehmen, sagte Lütolf.

Von

dapd

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×