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09.01.2005

13:05 Uhr

Zwei Vermisste nach Sturm in Norddeutschland

Orkan in Nordeuropa fordert Todesopfer

Ein Winter-Orkan ist am Wochenende über Nordeuropa hinweggefegt und hat mindestens elf Menschen getötet. Mindestens vier weitere Menschen wurden am Sonntag noch vermisst, zwei von ihnen in Schleswig-Holstein.

HB STOCKHOLM. Der Orkan sorgte für Überschwemmungen und legte vielerorts den Verkehr lahm. Hunderttausende Menschen waren zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten.

Am stärksten betroffen war das südliche Skandinavien: In Schweden kamen einer Agenturmeldung zufolge sieben Menschen ums Leben, darunter drei Autofahrer, die von umstürzenden Bäumen erschlagen wurden. In Dänemark wurden zwei Männer auf der Insel Fünen von einem Dach erschlagen, das durch den Sturm von einem Haus gerissen worden war. Zwei weitere Männer wurden durch umstürzende Bäume getötet.

In Schweden wurden vorsorglich zwei Atomkraftwerke abgeschaltet, rund 400.000 Menschen mussten ohne Strom ausharren. Der Flughafen Sturup bei Malmö wurde am Samstag vorübergehend geschlossen und der Fährverkehr einer Agenturmeldung zufolge gestoppt.

In Dänemark waren nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Ritzau 15.000 Haushalte ohne Strom, am Flughafen von Kopenhagen wurden einige Flüge gestrichen, andere hatten Verspätung. Auch in Norwegen hatten rund 20.000 Haushalte zeitweise keinen Strom. Die britischen Behörden suchten noch am Sonntag nach zwei Männern, die im Norden Englands in Flüssen weggeschwemmt worden waren, die nach heftigen Niederschlägen über ihre Ufer getreten waren. Zudem wurden drei weitere Todesfälle untersucht, von denen jedoch nicht klar war, ob sie durch das Unwetter verursacht worden waren. In Carlisle im Nordwesten Englands wurde das stärkste Hochwasser seit 40 Jahren gemessen. Auch dort war die Stromversorgung unterbrochen.

In Schleswig-Holstein suchten Taucher im Brahmsee nach zwei vermissten Kanu-Fahrern, die am Samstag gekentert waren und seither verschwunden sind. Der am Samstagabend eingestellte Bahnverkehr lief nach Angaben einer Unternehmenssprecherin wieder weitgehend planmäßig.

Die Ausläufer des Orkantiefs „Erwin“ waren mit Windgeschwindigkeiten von über 170 km/h über das nördlichste Bundesland hinweggefegt. Zahllose Bäume wurden umgeweht, Dächer abgedeckt und Fahrzeuge von den Straßen geweht. Polizei und Feuerwehr seien zu insgesamt rund 1000 Einsätzen ausgerückt, hieß es im Lagezentrum. Über den Umfang der Schäden gab es noch keinen Gesamtüberblick. Die Bahn hatte am Samstagnachmittag alle Zugverbindungen eingestellt, nachdem Bäume und Äste auf Oberleitungen und Schienen gefallen waren und zahlreiche Strecken damit unpassierbar gemacht hatten. Auch einige Straßenverbindungen waren gesperrt worden, darunter die Hochbrücken über den Nord-Ostsee-Kanal.

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