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07.04.2013

18:01 Uhr

Zweiter Kühltank undicht

Erneut Leck in Fukushima entdeckt

Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima kam es erneut zu einem Zwischenfall. Ein weiterer Tank für radioaktives Wasser ist undicht. Bereits gestern waren Tausende Liter verseuchten Wassers ausgelaufen.

Fukushima-Tanks undicht - Radioaktives Wasser läuft aus

Video: Fukushima-Tanks undicht - Radioaktives Wasser läuft aus

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TokioDie Serie gravierender Pannen in der japanischen Atomanlage Fukushima reißt nicht ab: Nachdem in der Nacht zum Samstag nach Angaben des Betreibers Tepco womöglich bis zu 120 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser aus einem Tank austraten, meldete der Konzern am Sonntag ein mögliches weiteres Leck in einem unterirdischen Sammelbehälter. In Wasserproben außerhalb des Behälters wurden demnach radioaktive Werte gemessen.

Da Wasserproben in der Nähe des Sammelbehälters ein bestimmtes Maß an Radioaktivität ergeben hätten, sei zu befürchten, dass eine kleine Menge Wasser ausgetreten sei. Allerdings sei in dem Tank selbst kein niedrigerer Wasserpegel festgestellt worden, erklärte Tepco.

Am Sonntag tagte nach Unternehmensangaben auch erstmals eine neue Kommission unter Leitung des Tepco-Chefs. Aufgaben des Gremiums seien unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung der Ausrüstung, sagte ein Sprecher, ohne detaillierte Angaben zu machen.

In den vergangenen Wochen hatten sich Pannen in der nach dem verheerenden Erdbeben und anschließendem Tsunami im März 2011 beschädigten Atomanlage gehäuft. Bei dem Vorfall in der Nacht zum Samstag traten laut Tepco womöglich bis zu 120 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser aus einem unterirdischen Tank aus. Das Becken steht den Angaben zufolge jedoch etwa 800 Meter vom Ufer entfernt, weshalb der Betreiber es für unwahrscheinlich hielt, dass verseuchtes Wasser bis ins Meer gelangte. Die 13.000 Tonnen Wasser aus dem lecken Tank sollten in andere Becken abgepumpt werden.

Erst am Freitag war eines der Kühlsysteme für Abklingbecken für verbrauchte Brennstäbe für drei Stunden ausgefallen. Nach einer Überprüfung wurde die Anlage nach Angaben von Tepco wieder in Betrieb genommen. Mutmaßliche Ursache seien technische Arbeiten gewesen. Im März waren vier Kühlbecken für 30 Stunden ausgefallen, nachdem eine Ratte einen Kurzschluss in der Schaltanlage verursacht hatte.

Zwar gilt die Lage in dem Atomkraftwerk im Nordosten Japans seit Dezember 2011 als stabil, dennoch bleibt die Anlage äußerst anfällig, insbesondere für den Fall eines neuen Erdbebens oder Tsunamis. Zahlreiche provisorische technische Hilfsmittel für die Sicherheit der Anlage gelten als störanfällig.

In dem Atomkraftwerk war es infolge des Erdbebens und Tsunamis am 11. März 2011 in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Die Katastrophe von Fukushima war das folgenschwerste Atomunglück seit dem Unfall von Tschernobyl 1986. In Folge des Unfalls in Fukushima sind fast alle der 50 japanischen Atommeiler außer Betrieb. Japan ist daher auf teure Energieimporte angewiesen, die die Wirtschaft des Industriestaates belasten. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe hatte Ende Dezember allerdings angekündigt, alle als sicher eingestuften Atomkraftwerke wieder in Betrieb nehmen zu wollen.

Von

afp

Kommentare (1)

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Messy

07.04.2013, 22:37 Uhr

So ein Saustall!

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