Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.02.2012

19:26 Uhr

Zweiter Weltkrieg

Nazis wollten mit gefälschten Pfundscheinen den Briten schaden

Die Nazis haben während des Zweiten Weltkriegs versucht, den Briten mit Falschgeld zu schaden. In großem Stil brachten sie gefälschte Pfundscheine in Umlauf, um Verwirrung zu stiften.

Mit gefälschten Pfundnoten wollten Nazis das Vertrauen in die britische Währung erschüttern. dpa

Mit gefälschten Pfundnoten wollten Nazis das Vertrauen in die britische Währung erschüttern.

LondonDie Nazis haben während des Zweiten Weltkriegs in großem Umfang gefälschte britische Geldscheine hergestellt, um das Vertrauen in das Pfund Sterling zu erschüttern. Wie aus einem am Freitag vom britischen Nationalarchiv veröffentlichten Bericht des britischen Inlandsgeheimdienstes von 1945 weiter hervorgeht, war das eine zweischneidige Strategie, weil deutsche Spione über das Falschgeld leichter entlarvt werden konnten.

Die Herstellung der Blüten begann demnach 1940. Das Dritte Reich setzte damals auf eine Invasion Großbritanniens und wollte das Falschgeld von Flugzeugen aus fallen lassen, um „Vertrauensverlust und allgemeine Verwirrung“ zu stiften, wie der MI5 einen deutschen Agenten zitierte. Adolf Hitler musste seine Invasionspläne zwar aufgeben, aber die Fälscher perfektionierten ihre Technik. Der MI5 war damals der Ansicht, dass nur absolute Experten den Unterschied zwischen echten und falschen Banknoten erkennen konnten.

Die Blüten wurden den Angaben zufolge zunächst in Ländern wie Spanien und Portugal in Umlauf gebracht. Mehrmals gelang es den britischen Geheimdiensten demnach, deutsche Agenten mit Falschgeld auf die Schliche zu kommen und sie festzunehmen. In dem Bericht erwähnt das MI5 das „amüsante Beispiel“ einer deutschen Geheimdienstabteilung, die in Lissabon falsche Geldscheine verkaufte. Sie wurden demnach von einer anderen Abteilung angekauft, die sie für echt hielt, und an Agenten übergeben, die nach Großbritannien geschickt wurden.

Nach der Landung der Alliierten im Juni 1944 fanden die Blüten im Gesamtwert von 134 Millionen Pfund über den Schwarzmarkt rasche Verbreitung in Europa. „Man kann sagen, dass das deutsche Ziel, das Vertrauen in die Geldscheine der Bank of England im Ausland zu zerstören, erreicht wurde“ - allerdings zu spät, urteilte der MI5.

Von

afp

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

weltenbrand

17.02.2012, 20:17 Uhr

Nazis wollten mit gefälschten Pfundscheinen den Briten schaden
- na, zum Glück fälscht das tolle Großbankrottannien heute via Turbo-Notenpresse selbst.

forenfux

18.02.2012, 13:10 Uhr

die Griechen schaffen das viel eleganter - und gleich mit der gesamten Eurozone. Und das sogar, ohne kostbare Baumwolle zu vergeuden; total digital!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×