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13.02.2016

02:33 Uhr

Zwischenfall in Mali am Rande des Staatsbesuchs

Tote bei Angriff auf UN-Friedenstruppen

Schwerer Zwischenfall am Rande des Staatsbesuchs von Bundespräsident Joachim Gauck. Militante haben eine Stützpunkt der UN-Friedenstruppen angegriffen.

Gefährliche Mission: Bundespräsident Joachim Gauck (l) unterhält sich im Camp Gecko in Mali mit Bundeswehrsoldaten. Das deutsche Staatsoberhaupt hilt sich am Freitag zu einem eintägigen Besuch in Mali auf und informierte sich auch über die Ausbildungsmission der Bundeswehr in dem Land. dpa

Bundespräsident Joachim Gauck in Mali

Gefährliche Mission: Bundespräsident Joachim Gauck (l) unterhält sich im Camp Gecko in Mali mit Bundeswehrsoldaten. Das deutsche Staatsoberhaupt hilt sich am Freitag zu einem eintägigen Besuch in Mali auf und informierte sich auch über die Ausbildungsmission der Bundeswehr in dem Land.

BamakoMilitante haben in Mali nur Stunden vor dem Eintreffen von Bundespräsident Joachim Gauck einen Stützpunkt der Vereinten Nationen angegriffen und mindestens sechs Mitglieder der UN-Friedenstruppe getötet. Weitere 30 Personen seien bei der Attacke am Freitagmorgen in Kidal verletzt worden, sagte ein UN-Sprecher. Der Angriff traf Soldaten aus Guinea. Das Verteidigungsministerium des Landes erklärte, es halte an seinem Einsatz in Mali fest. Ein Augenzeuge berichtete, er habe eine Explosion und Schüsse gehört. UN-Hubschrauber seien aufgestiegen. Die malische Dschihadistengruppe Ansar Dine bekannte sich später zu dem Anschlag.

Mali war nach einem Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Ansar Dine, die sich zu dem Anschlag vom Freitag bekannte, gehört zu mehreren islamistischen Gruppierungen, die vom März 2012 bis Anfang Januar 2013 den Norden Malis unter ihrer Kontrolle hatten. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff schließlich militärisch ein, um das Vorrücken der Islamisten und Rebellen vom Norden in den Süden des Landes zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Später übergaben die Franzosen die Verantwortung an die Minusma-Partei.

Der Einsatz gilt als die gefährlichste UN-Mission weltweit. Meist ereignen sich die Anschläge im Norden Malis, wo Islamisten und Tuareg-Rebellen sich weiter mit Gewalt Macht und Einfluss zu sichern versuchen. Erst vor einer Woche waren bei einem Überfall auf einen UN-Stützpunkt in Timbuktu ein malischer Soldat und mindestens vier Angreifer getötet worden. Zu der Attacke bekannte sich das Terrornetzwerk Al-Kaida.

Ebenfalls am Freitag wurde ein Konvoi der malischen Armee angegriffen, der 20 Kilometer von Timbuktu entfernt Zivilisten begleitete. Dabei wurden drei Menschen getötet und drei verletzt, wie ein Armeesprecher sagte. Die Angreifer seien in zwei Fahrzeugen gekommen, die sie entweder der Armee gestohlen oder mit Tarnfarben angestrichen hätten, sagte er.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Angriff und sagte, die Vereinten Nationen seien entschlossen, der Regierung Malis zur Seite zu stehen.

Am 12. Februar hatte sich Bundespräsident Joachim Gauck zu einem eintägigen Besuch in der Hauptstadt Bamako aufgehalten. Er kam aus Nigeria, wo die Terrormiliz Boko Haram, mordet, und wurde in Mali von Präsident Keita empfangen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Kampf gegen islamistische Terrorgruppen und Rebellen im Norden des Krisenstaates. Gauck traf auch mit Bundeswehrsoldaten zusammen, die im Rahmen der Friedensmission der UN in Mali sind. Es blieb ihm allerdings wenig Zeit. Eine Übernachtung in Mali war aus Sicherheitsgründen nicht vorgesehen.

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