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12.06.2014

19:36 Uhr

Zwist um Festival

„Rock am Ring“-Namensstreit geht vor Gericht

Marek Lieberberg und der Nürburgring gehen künftig getrennte Wege. Das Ende der Liaison gestaltet sich alles anderes als harmonisch. Im Streit um den Namen „Rock am Ring“ wird man sich jetzt vor Gericht treffen.

Wird es in Zukunft ein Festival namens „Rock am Ring“ an einem anderem Ort als dem Nürburgring geben? Das muss jetzt ein Gericht entscheiden. dpa

Wird es in Zukunft ein Festival namens „Rock am Ring“ an einem anderem Ort als dem Nürburgring geben? Das muss jetzt ein Gericht entscheiden.

KoblenzRock am Ring in der Eifel stand bislang für begeisternde Musik und ekstatische Fans. Nun ist ein gerichtlicher Streit um den traditionsreichen Festivalnamen entbrannt - zwischen der Nürburgring GmbH und dem Konzertveranstalter Marek Lieberberg. Der Ton zwischen beiden Seiten ist rau geworden: Die Ringgesellschaft wirft Lieberberg falsche Behauptungen in den Medien vor. Der Riese der Musikbranche kontert, Vertragsinhalte seien wissentlich falsch wiedergegeben worden.

Lieberberg hatte Rock am Ring in diesem Jahr zum letzten Mal in der Eifel ausgetragen, nachdem er und der neue Ring-Eigentümer Capricorn sich nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnten. An der Rennstrecke wird nun vom 5. bis 7. Juni 2015 ein von der Deutschen Entertainment AG (Deag) veranstaltetes neues Festival namens „Grüne Hölle - Rockfestival am Nürburgring“ steigen. Lieberberg liebäugelt parallel mit einem Festival in Mönchengladbach.

Die Ringgesellschaft will mit dem Schritt vor Gericht nach eigenen Angaben vom Donnerstag verhindern, dass Lieberberg ohne ihre Zustimmung an einem anderen Ort ein Festival mit dem Namen Rock am Ring ausrichten kann. Laut Landgericht Koblenz ist der Antrag auf eine einstweilige Verfügung eingegangen - und auch eine Schutzschrift von Lieberberg. Damit vermeidet Lieberberg nach Angaben eines Gerichtssprechers, dass es zu einem Beschluss kommen kann, ohne dass er gehört wird. Mündliche Verhandlung ist nun am 23. Juni. Ob es dann schon zu einer Entscheidung kommt, ist noch unklar.

Der Sanierungsgeschäftsführer der Nürburgring GmbH sah sich einer Mitteilung zufolge zum Handeln gezwungen, weil Lieberberg in den Medien wiederholt falsche und unzutreffende Behauptungen aufgestellt habe. Damit schädige er das Image des Rings und verhalte sich vertragswidrig. Er sei bis zum 6. Juni aufgefordert worden, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben, habe das aber nicht getan.

Es gebe zwei Dokumente, die klar regelten, dass Lieberberg nicht ohne Absprache mit der Nürburgring GmbH den Titel Rock am Ring woanders nutzen dürfe, sagte Sprecher Pietro Nuvoloni. „Der Titel ist eine Marke, sie hat einen bestimmten Wert.“ Da es zunächst darum gehe, einen einstweiligen Rechtsschutz durchzusetzen, werde eine Klage vorbereitet.

Lieberberg warf der Gegenseite einen „fragwürdigen Stil“ vor. Vertragsinhalte würden öffentlich interpretiert, einseitig ausgelegt und sogar wissentlich falsch wiedergegeben. Der dpa sagte der Konzertveranstalter, er sei sich im Klaren darüber, dass die Gegenseite nichts unversucht lassen werde, ein Festival von ihm zu verhindern. „Ich sehe das Ganze als Versuch, sich eine Marke anzueignen - wenn ich es mal überspitzt darstellen mag: ein Festival zu kidnappen.“ Lieberberg zeigte sich optimistisch, dass sich 2015 ein Festival unter seiner Regie in Mönchengladbach realisieren lasse.

Von

dpa

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