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04.01.2017

14:40 Uhr

Aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs

Seltene US-Münze aus Glas wird versteigert

Im Zweiten Weltkrieg benötigte das US-Militär den Großteil des Kupfervorrats des Landes. Daher wurde für Münzen mit anderen Materialien experimentiert. Ein seltener US-Penny aus Glas wird am Donnerstag versteigert.

Münzen sind heute aus Metall. Allerdings gab es mal eine kurze Zeit, in der das anders war. Heritage Auctions

Münze aus Glas

Münzen sind heute aus Metall. Allerdings gab es mal eine kurze Zeit, in der das anders war.

Fort LauderdaleEr sieht ein bisschen aus wie ein rundes Hustenbonbon: Ein seltener, aus Glas gefertigter US-Penny wird am Donnerstag versteigert. Das Auktionshaus Heritage Auctions in Fort Lauderdale im US-Staat Florida hofft, dass die Münze aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs über 30.000 Dollar (rund 29.000 Euro) erlösen wird.

Angesichts eines Kupfer-Engpasses zu Beginn des Zweiten Weltkriegs hatte das Münzamt der USA Experimente genehmigt, um Pennys aus anderen Metallen, Plastik und Gummi herzustellen. Eine Firma im US-Staat Tennessee fertigte einige Münzen aus Glas an – und scheiterte damit so spektakulär, dass nur die Existenz eines einzigen unversehrten Pennys bekannt ist. Dieser kommt am Donnerstag unter den Hammer.

Die Münze gehört Roger Burdette, der ein Buch über experimentelle Münzen im Zweiten Weltkrieg geschrieben hat. Er hatte das Stück bei einer kleinen Online-Auktion im vergangenen Sommer erworben, „für mehrere Tausend Dollar“. Wie viel genau er dafür zahlte, wollte Burdette nicht sagen. Hätte er den Penny nicht gekauft, hätte er ihn nicht untersuchen können, erklärte Burdette am Dienstag.

Nachdem die USA Ende 1941 in den Zweiten Weltkrieg eingetreten waren, benötigte das Militär den Großteil der Kupfervorräte des Landes, um Munition und Ausrüstung anzufertigen. Die Blue Ridge Glass Co. in Tennessee produzierte eine unbekannte Anzahl Pennys aus gehärtetem gelblich-bernsteinfarbenem Glas.

Laut einem Bericht, den die Firma beim Münzamt eingereicht habe, hätten die Glasmünzen nicht die exakten Bilder gehabt, die benötigt worden seien und sie hätten nicht in einheitlicher Größe und einheitlichem Gewicht angefertigt werden können, sagte Burdette. Die Münzen hätten auch scharfe Ränder bekommen, die Finger schneiden könnten.

Burdette glaubt, dass die Firma den Großteil ihres Münzvorrats zerstört oder weggeworfen habe. Er habe vergeblich versucht, den vorherigen Besitzer zu kontaktieren, um herauszufinden, wo dieser den überlebenden Penny herhabe. Die Blue Ridge Glass Co. existiert inzwischen nicht mehr.

1943 stellte die Münzanstalt Pennys aus minderwertigem Stahl her, der mit Zink verblendet war. Diese glänzenden Münzen hatten ihre eigenen Probleme. So sahen sie unter anderem zu sehr wie ein Dime, ein Zehn-Cent-Stück aus. 1944 stellte das Münzamt wieder kupferbasierte Pennys her. Dazu wurden Patronenhülsen verwendet, die von militärischen Ausbildungsstätten eingesammelt wurden.

Von

ap

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