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11.06.2015

10:34 Uhr

Außereuropäische Kunst, Asiatika und Antiken

Für Nachschub ist gesorgt

VonOlga Grimm-Weissert

Seit einem Vierteljahrhundert gibt es in Brüssel die Bruneaf-Messe für außereuropäische Kunst. Parallel fahren die Galerien rund um den Place du Sablon ihre Offerten mit Antiken und Asiatika auf.

Blick in die Ausstellung "Dong Son - The Image of Man and Animal in Early Southeast Asia". Quelle: Michael Woerner Oriental Art in Asian Art in Brussels 2015

Magische Ausstrahlung

Blick in die Ausstellung "Dong Son - The Image of Man and Animal in Early Southeast Asia". Quelle: Michael Woerner Oriental Art in Asian Art in Brussels 2015

BrüsselDie Brüsseler Galeristen scheuen keinen Aufwand. Zum 25. Jubiläum der Tribal-Art Messe „Bruneaf“ (Brussels Non European Art Fair)“ organisierten sie zwei weitere Messen, die „AAF“ (Asian Art in Brussels) und „BAAF“ (Brussels Ancient Art Fair) und versandten zum Einstimmen 6.000 gebundene Kataloge an ihre Sammler.

Insgesamt 47 internationale Tribal-Art-Händler bieten bis zum 14. Juni 2015 in den Geschäften um den Place du Sablon ihre guten Objekte an. Um die Brüsseler Händler-Initiative als internationales Event zu gestalten, beschlossen 17 Asiatika- und zwölf Archäologie-Händler, sich anzuschließen. So finden internationale Kunden, Händler und die Spezialisten der Auktionshäuser, die ständig auf Warensuche sind, in einem Umkreis von knapp 500 Metern ein reiches, mehrere Jahrtausende übergreifendes Angebot in allen Preislagen.

Bestände einer ehemaligen Kolonialmacht

Als besonderen Anziehungspunkt organisierten die Tribal-Art-Händler unter der Leitung des dynamischen jungen Händlers Didier Claes eine phänomenale Ausstellung mit 100 exzeptionellen Stammeskunst-Objekten in der ehemaligen Nunziatur (Botschaft des Vatikans) am Place du Grand Sablon Sie stammen vorwiegend aus Afrika und wurden meist auf der von Pierre Loos gegründeten Bruneaf von belgischen Sammlern erworben und zum Jubiläumsanlass ausgeliehen.

Als ehemalige Kolonialmacht im Kongo verfügt Belgien über schier unglaubliche Stücke von einzigartiger Form, Farbgebung und ritueller Bedeutung. Die Objekte sind in einem Katalog abgebildet, der leider 100 Euro kostet.

Sandsteinskulptur der frühen Khmer: Ganesha, der Gott, auf den man vertrauen soll. Die 50 cm hohe Figur stammt aus dem 7. Jahrhundert. Gezeigt von Michael Woerner Oriental Art, Hongkong, Bangkok

Gott mit Elefantenkopf

Sandsteinskulptur der frühen Khmer: Ganesha, der Gott, auf den man vertrauen soll. Die 50 cm hohe Figur stammt aus dem 7. Jahrhundert. Gezeigt von Michael Woerner Oriental Art, Hongkong, Bangkok

Im Vertrauen auf Ganesha

Wenn man die Straßen systematisch auf- und abgeht, findet man die drei Spezialgebiete Stammeskunst, Asiatika und Antiken in kunterbunter Folge in den Galerien. Der in Hongkong und Bangkok tätige deutsche Asiatika-Händler Michael Werner beweist Humor, indem er neben einer Sandstein-Skulptur des Gottes Ganesha (teils Mensch, teils Elefant) den englischen Slogan hängt: „Bleib ruhig und vertraue Ganesha“. Die Ganesha-Figur im Prä-Khmer-Stil setzt Werner mit 85.000 Euro an. Sein italienischer Kollege Carlo Cristi (Asian Arts Company), der im belgischen Baulers arbeitet, zeigt mongolische, zentralasiatische Stoffe aus dem 12. Jahrhundert, sowie ein Fragment eines illuminierten tibetanischen Manuskripts aus der gleichen Zeit, für das er 25.000 Euro verlangt.

Um die gestylte Galerie der Asiatika-Top-Händlerin Gisèle Croës zu besuchen, fährt man in das hippe Brüsseler Viertel Ixelles, wo man u.a. eine 24 Zentimeter breite Bronze-Gürtelschließe mit Gold-, Silber- und Malachit-Inkrustationen (für 540.000 Euro) entdeckt.

Günter Puhze aus Freiburg brachte ein breites Spektrum archäologischer Objekte nach Brüssel, die bescheidener und erschwinglicher sind als die Stücke seiner international bekannten Kollegin.

Aus der Rippe eines Wals

Das Angebot der an der BAAF teilnehmenden Galeristen ist weniger spektakulär als jenes der Tribal-Art- und Asiatika-Galeristen. Dass sich der Markt für archäologische Stücke in den letzten Jahren steil nach oben entwickelt, ist hier noch nicht spürbar.

Stammeskunst-Highlights findet man dagegen z.B. bei Patrick & Ondine Mestdagh, die einen geschwungenen Stab aus der Rippe eines Wals zeigen, den das neuseeländische Volk der Maori verzierte. Er ist mit mehr als 250.000 Euro ausgepreist. Didier Claes verfügt über eine aus einer portugiesischen Privatsammlung stammende Nkisi Figur mit ihren magischen, schützenden Attributen, wofür er 90.000 Euro erwartet.

Dem Beispiel der Brüsseler folgend, organisieren auch die Pariser Händler in ihren Galerien im September den „Parcours des mondes“ (Weltenspaziergang) mit Stammeskunst und neuerdings auch Asiatika.

„Bruneaf (Brussels Non European Art Fair)“, AAF (Asian Art in Brussels)“ und „BAAF (Brussels Ancient Art Fair)“, bis 14. Juni 2015, Brüssel, Place du Grand Sablon

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