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03.01.2010

09:00 Uhr

Ausstellungen 2010

Kunst für 365 Tage

VonChristiane Fricke

Das Jahr 2010 beginnt mit einem porzellanversessenen Barockfürsten aus Sachsen und endet mit den formvollendeten Bildschöpfungen eines amerikanischen Architekturfotografen. Wir verraten Ihnen, wo Sie die aufregendsten und vielversprechendsten Ausstellungen finden

Meissen - Barockes Porzellan in Köln

Museum für Angewandte Kunst, Köln: 24. Januar bis 25. April

Bemaltes Porzellan - das war ein Luxus, für den sich die Herrscher des 18. Jahrhunderts bis aufs Hemd auszogen. Den größten Ehrgeiz entwickelte auf diesem Gebiet August der Starke (1670-1733), Kurfürst von Sachsen und König von Polen. Per Dekret ließ er die Erfindung des Porzellans verkünden, um sich sodann seine eigene Manufaktur zuzulegen. 300 Jahre ist das her. Das Kölner Museum für Angewandte Kunst feiert das Gründungsjubiläum mit einer Ausstellung, die rund 280 seltene Stücke aus einer rheinischen Privatsammlung zusammenführt: herausragende Porzellanplastik, bemalte Schnupftabakdosen und prunkvolles Tafelgeschirr, das mit Chinoiserien, Landschafts- und Kauffahrtei-Szenen geschmückt ist.

Kasimir Malewitsch und der Suprematismus

Museum Ludwig, Köln: 5. Februar bis 22. August

Die Inspektion seiner Bestände an russischer Avantgarde-Kunst brachte das Museum Ludwig in Köln auf eine naheliegende Idee. Rund 60 Gemälde, Skulpturen und graphische Arbeiten von Kasimir Malewitsch (1878-1935) hütet die Sammlung. Werke, die zuletzt vor 20 Jahren zu sehen waren. An ihnen ist abzulesen, wie sich der Künstler vom figurativen zum radikal abstrakten Maler entwickelte, und wie er unter dem Druck des Stalinismus wieder zum braven Figuren-Maler wurde. Direktor Kasper König schaute aber auch, was andere Künstler zur Zeit des Konstruktivismus schufen und ließ außerdem vier Gemälde aus der radikalen Schaffensphase kunsttechnologisch untersuchen.

Robert Mapplethorpe

NRW-Forum Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: 6. Februar bis 15. August

Boykottiert, zensiert, geschlossen wurden die

Ausstellungen des Fotokünstlers Robert Mapplethorpe (1946-1989). Museumsdirektoren wurden angezeigt, Menschen formierten sich zu Straßen-Protesten. Warum - das zeigt diese Ausstellung im Düsseldorfer NRW-Forum. In aller Offenheit führt sie alle, auch die berüchtigten Bereiche seines Schaffens vor. 150 Fotografien aus dem Fundus der in New York ansässigen Mapplethorpe werden zu sehen sein. Bisher sind nur die schönsten Werke des früh an Aids verstorbenen Künstlers allgemein bekannt, weil sie auch im Handel immer wieder auftauchen. Dazu zählen etwa die monumentalen, vor schwarzem Grund fotografierten Blumen-Porträts, die Gegenüberstellungen von Penissen und Blüten oder klassisch schöne Bildnisse von nackten Körpern, die auf das Schönheitsideal der Renaissance zurückgreifen.

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