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11.12.2016

12:21 Uhr

Auszeichnung für Regisseurin Maren Ade

„Toni Erdmann“ gewinnt Europäischen Filmpreis

„Toni Erdmann“ ist der große Gewinner des 29. Europäischen Filmpreises. Die Tragikomödie von Maren Ade holt die Trophäe als bester Spielfilm nach einem Jahrzehnt wieder nach Deutschland. Und demnächst den Oscar?

Hollywood

Große Überraschung - „Toni Erdmann" für Golden Globe nominiert

Hollywood: Große Überraschung - „Toni Erdmann" für Golden Globe nominiert

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BreslauMit der Tragikomödie „Toni Erdmann“ haben die Deutschen erstmals nach zehn Jahren wieder den Europäischen Filmpreis gewonnen. Das fast dreistündige Vater-Tochter-Drama von Maren Ade räumte am Samstagabend beim 29. Europäischen Filmpreis in Breslau (Wroclaw) aber nicht nur in der Königskategorie „Bester Spielfilm“ ab. Mit fünf Nominierungen galt „Toni Erdmann“ als Favorit und machte dann auf ganzer Strecke das Rennen.

Das bereits beim Filmfest Cannes gefeierte, dann aber überraschend leer ausgegangene Werk siegte in allen Hauptkategorien. Ade, die am Montag ihren 40. Geburtstag feiert, konnte sich nicht nur über die Trophäe für den besten Spielfilm freuen. Ihre Hauptdarsteller Sandra Hüller und Peter Simonischek wurden als beste Schauspieler geehrt. Ade selbst nahm die Preise für die beste Regie und das beste Drehbuch entgegen.

„Ich bin sehr glücklich und geehrt“, sagte die Filmemacherin, die mit „Toni Erdmann“ im Februar ins Rennen um den Auslands-Oscar geht. Eigentlich stehe sie nicht gerne im Scheinwerferlicht, sondern lieber hinter der Kamera, hatte Ade noch vor der Gala gesagt. „Ich werde nervös, wenn ich etwas sagen muss.“

Die deutschen Oscar-Kandidaten

Ein Film pro Jahr

Jedes Jahr nominiert German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films, einen Film, der für Deutschland ins Oscar-Rennen geht. Nicht alle schaffen es allerdings unter die letzten Fünf, die von der Academy in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film nominiert werden.

2007

„Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck – ausgezeichnet mit einem Oscar


2008

„Auf der anderen Seite“ von Fatih Akin – keine Nominierung


2009

„Der Baader Meinhof Komplex“ von Uli Edel – Oscar-Nominierung


2010

Das weiße Band“ von Michael Haneke – Oscar-Nominierung

2011

„Die Fremde“ von Feo Aladag – keine Nominierung

2012

„Pina“ von Wim Wenders – keine Nominierung als Auslandsfilm, dafür allerdings in der Kategorie Dokumentarfilm

2013

„Barbara“ von Christian Petzold – keine Nominierung, dafür gewann die deutsch-österreichische Koproduktion „Liebe“ von Michael Haneke den Oscar

2014

„Zwei Leben“ von Georg Maas – keine Nominierung

2015

„Die geliebten Schwestern“ von Dominik Graf – keine Nominierung

2016

„Im Labyrinth des Schweigens“ von Giulio Ricciarelli – keine Nominierung

An Preisregen und Rampenlicht fand sie dann doch Gefallen. „Das ist der Teil am Filmemachen, den ich am meisten genieße“, sagte Ade, als sie den Drehbuch-Preis entgegennahm. Diesen widmete sie ihrem eigenen Vater, der sie vieles gelehrt habe – auch Humor. „Das hilft nicht nur beim Drehbuchschreiben.“

Nach zehn Jahren Flaute kann sich damit auch Deutschland wieder über das europäische Pendant zum US-amerikanischen Oscar freuen. Zuletzt hatte Florian Henckel von Donnersmarck 2006 für sein Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ den Preis als bester europäischer Spielfilm bekommen.

Sandra Hüller hatte fest damit gerechnet, dass sie gegen die ebenfalls nominierte Französin Isabelle Huppert keine Chance haben würde - und freute sich dann umso mehr: „Wir haben so viel Arbeit reingesteckt. Es ist eine schöne Belohnung.“ Simonischek erwischte die Ehrung kalt – aus Aberglauben hatte er keine Danksagung vorbereitet. „Ich habe viele davon zu Hause, die ich nie gebraucht habe“, sagte er dem lachenden Publikum.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

12.12.2016, 16:19 Uhr

"Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

@ Herr Hoffmann

ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

@Porters

VIELEN DANK Herr Porters,
es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
Schön das Sie das zu schätzen wissen.

Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

das ist unser geliebter

TRAUTMANN

Danke

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