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04.12.2014

17:30 Uhr

Bassenge

Romantische Zeichnungen sind hart umkämpft

VonChristian Herchenröder

Historische Arbeiten auf Papier sind auf der Herbstauktion von Bassenge der Renner. Vor allem internationaler Bieter engagieren sich für die Offerte des Berliner Auktionshauses. Eine Sensation sind die von einem Kanadier bewilligten 2,6 Millionen Euro für Friedrich Oliviers verwelkte Ahornblätter.

Friedrich Olivier zeichnet1817  diese zwei welke Ahornblätter, die nun für 2,6 Millionen Euro von einem kanadischen Sammler übernommen werden. Bassenge

Friedrich Olivier zeichnet1817 diese zwei welke Ahornblätter, die nun für 2,6 Millionen Euro von einem kanadischen Sammler übernommen werden.

BerlinEs war wieder einmal eines der elektrisierenden Erlebnisse im Haus an der Erdener Straße. In der Berliner Nachmittags-Auktion bei Bassenge wurden am 28. November 2014 zwei exzeptionelle Handzeichnungen der deutschen Romantik ausgeboten. Erst in diesem Jahr waren Julius Schnorr von Carolsfelds mit dem Bleistift gezeichnetes Bildnis des Malers Friedrich Olivier und Friedrich Oliviers grau lavierte Zeichnung welker Ahornblätter vom Berliner Kupferstichkabinett den Erben von Oliviers Urenkelin Marianne Schmidl restituiert worden.

Schon das erste Blatt schoss mit einem Hammerpreis von 650.000 Euro (Taxe 45.000) in stratosphärische Höhen. Zehn Bieter waren im Einsatz. Strahlender Sieger gegen eine kalifornische Sammlerin und einen anderen amerikanischen Sammler war der Berliner Händler Wolfgang Wittrock. Er ersteigerte gegen dieselben Unterbieter auch Oliviers Blätterstudie für spektakuläre 2,6 Millionen Euro (Taxe 120.000). Beide Zeichnungen wandern in eine namhafte kanadische Sammlung.

Markante Preissteigerungen

In der Auktion der Zeichnungen gab es noch weitere markante Steigerungen. Während ein sitzender männlicher Akt des Florentiners Maso Finiguerra mit netto 24.000 Euro das Doppelte der Schätzung einspielte (an den englischen Handel gegen Sammler aus New York und Florenz), stieg eine als „Italienisch, um 1680“ katalogisierte, weiß gehöhte Federzeichnung der Heiligen Familie durch Münchner Handelsgebot von 1.200 auf 20.000 Euro. Ein New Yorker Sammler ersteigerte für 10.000 Euro die braun lavierte Federzeichnung „Merkur, Argus und Io“ des Klassizisten Michael Köck.

Die alte Graphik wurde paritätisch an den Handel und Privatsammler abgegeben, während bei der Moderne mehr die Privatbieter am Zuge waren. Angelo del Moros „Landschaft mit dem Drachen“ fiel für 8.500 Euro (Taxe 3.500) ans Amsterdamer Rijksmuseum und Enea Vicos monumentaler Kupferstich „Flora“ kommt für 10.000 Euro (6.000) in eine Kölner Privatsammlung. Ein texanischer Privatsammler begeisterte sich mit 13.000 Euro für Adriaen Collaerts alt- und neutestamentarische Landschaften und mit 14.000 Euro für Adriaen van Ostades Radierung „Die Spinnerin“.

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