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25.07.2012

16:47 Uhr

Bayreuther Festspiele

Die Wagner-Schwestern unter Beschuss

VonClaudia Panster

Nicht nur der Tattoo-Skandal bringt die Wagner-Schwestern in Bedrängnis. Ihr finanzielles Management steht schon länger in der Kritik. Der Bundesrechnungshof tadelte die Kontigentierung der Eintrittskarten.

Die Schwestern Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier. AFP

Die Schwestern Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier.

DüsseldorfSchlagzeilen dürften Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier eigentlich willkommen sein, so kurz vor Beginn der Bayreuther Festspiele, ihrer Festspiele. Diese Schlagzeilen aber hätten es nicht sein müssen: Wenige Tage vor der Premiere heute Abend änderten die Halbschwestern die Besetzung des „Holländers“, nachdem der Sänger Evgeny Nikitin mit einem Hakenkreuz-Tattoo aufgefallen war.

Angesichts der Verstrickung der Familie des Komponisten Richard Wagner mit den Nationalsozialisten wollen die Festspielleiterinnen größtmögliche Distanz zeigen.

Der Grüne Hügel ruft

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Gewollt oder nicht: Die Bayreuther Festspiele haben pünktlich zu Beginn größtmögliche Aufmerksamkeit erreicht. Einmal mehr mussten die Halbschwestern sich kritisieren lassen. Hätten sie die Vergangenheit des Künstlers besser prüfen müssen? Mussten sie in dieser Form reagieren?

„Ich sehe in der Causa Nikitin zunächst mehr ein Problem Bayreuths und der Wagner-Familie als eines des Sängers“, sagt Nikolaus Bachler, Intendant der Münchener Staatsoper. Er wirft ihnen vor, sie zeigten mit dem Finger auf andere, „weil man mit der eigenen Geschichte ein Problem hat“.

Ein Konflikt, der die Halbschwestern begleitet, seit sie im Jahr 2008 die Festspielleitung von ihrem Vater Wolfgang Wagner übernahmen. In ihrer Art, dieses ungewöhnliche Familienunternehmen zu führen, könnten sie unterschiedlicher kaum sein: Die eine, Katharina, liebt die Öffentlichkeit.

Die andere, Eva, ist verschwiegen. Die eine, Jahrgang 78, Tochter aus zweiter Ehe, war der Liebling des Vaters. Die andere, Jahrgang 45, Tochter aus erster Ehe, lange die Verstoßene. Erst kurz vor dem Tod des Vaters fanden sie zusammen, um das musikalische wie unternehmerische Erbe der Familie zu retten. Keine leichte Aufgabe.

Die Rollen haben sie gut verteilt: Eva, mit langjähriger internationaler Erfahrung als Opernmanagerin, übernimmt einen großen Teil der Hintergrundarbeit, profitiert von ihren Kontakten. Katharina, die Aufbrausende, wirkt nach außen, auch als Regisseurin.

Kommentare (1)

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Matthes

25.07.2012, 16:58 Uhr

Ohne diese Gratisveranstaltung für Politik und C-Prominenz wäre Bayreuth ein reines Provinztheater. Nur dieser einmalige Politikerauftrieb ist Grund für die staatlichen Fördermittel.

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