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20.01.2004

08:35 Uhr

Beim Personal sollen 300 000 Euro eingespart werden

Stiftung Weimarer Klassik geht das Geld aus

Ein Jahr nach dem Zusammenschluss der Stiftung Weimarer Klassik mit den Kunstsammlungen verzeichnet die Stiftung einen drastischen Busucherschwund. Außerdem gibt es finanzielle Probleme.

HB WEIMAR. Ein Jahr nach der „Vernunftehe“ der Stiftung Weimarer Klassik mit den Kunstsammlungen herrscht alles andere als eitel Sonnenschein. „Die Fusion ist für mich nach zwölf Monaten als gescheitert anzusehen“, sagt der Vorsitzende des Freundeskreises des Goethe-Nationalmuseums, Dieter Höhnl. Der Zusammenschluss sei auf dem Papier festgelegt worden, ohne zu prüfen, ob er auch funktionieren könne. Der 48-Jährige, seit 1998 Vorsitzender eines der ältesten Freundeskreise in Deutschland, warnt vor einer Werteverschiebung weg vom klassischen Geist eines Johann Wolfgang von Goethe hin zu zeitgenössischen Kunstmuseen wie dem Bauhaus und den modernen Sammlungen.

Dagegen betrachtet Thüringens Kunstministerin Dagmar Schipanski (CDU), die auch Stiftungsratsvorsitzende ist, die Fusion trotz finanzieller Probleme als Erfolg: „Damit ist eine einzigartige Institution in Deutschland entstanden, die Buch und Bild unter einem Dach vereint.“ Es brauche aber ein Jahr, „bis alles zusammenwächst“. Auch für Stiftungspräsident Hellmut Seemann ist die Fusion ein Erfolg.

Den drastischen Besucherschwund um knapp 50 000 auf 595 000 in nur einem Jahr erwähnt er in seinem Grußwort zum Jahreswechsel nicht. Kritische Stimmen wie des Freundeskreises oder von Stiftungs- Mitarbeitern, die ein Unterbuttern der Dichterstätten unter die modernen Kunstmuseen befürchten, wiegelt er ab. Stattdessen warnt Seemann vor einer Überbewertung der Mystifikation um Goethe. Der Freundeskreis hält dagegen: In der neu geschaffenen Direktion Museen mit 25 Literatur- und Kunstmuseen sind alle Abteilungsleiter Kunsthistoriker, einschließlich Direktor Ernst-Gerhard Güse.

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