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14.01.2011

11:12 Uhr

Berlin - Paris

Wie die junge französische Galerieszene tickt

VonChristian Herchenröder

Das Austauschprojekt "Berlin Paris" setzt in beiden Metropolen zum dritten Mal frische Akzente. Zwischen Klassikern und jungen französischen Künstlern osziliiert die Präsentation der Galerieszenen in diesem Jahr. Eine vierte Aufglage ist zur Zeit jedoch ungewiss.

Patrick Tosani: Masque n°4, 1998, C-print, 110 x 123 cm, Edition of 5. VG Bild-Kunst / Galerie Barbara Thumm

Patrick Tosani: Masque n°4, 1998, C-print, 110 x 123 cm, Edition of 5.

BERLIN . Bei seinem dritten Auftritt verteilt sich das bewährte Austauschprojekt "Berlin Paris", das die Vielfalt der Kunst- und Galerieszene beider Metropolen widerspiegeln soll, auf 14 Berliner Galerien, die über 30 Künstler zeigen. Das Spektrum reicht von den Klassikern Kurt Schwitters und Hans Arp, die Natalie Seroussi für die Präsentation in der Galerie Isabelle Bortolozzi am Schöneberger Ufer ausgewählt hat, bis zu substanziellen Beiträgen jüngerer französischer Künstler.

Einer von ihnen ist der durch seine Lebenszeit-Uhr, illuminierte Ballons und Lichtinstallationen bekannt gewordene Bertrand Planes (Jahrgang 1975), den die New Galerie in die Räume von Ben Kaufmann am Strausberger Platz führt. Ein Altbekannter in der Berliner Galerieszene ist der Fotokünstler Jürgen Teller, dessen erotische Szenen jetzt die Galerie Paradis in die Dessauer Straße zu Johann Koenig transferiert. Teller stellt sein Aktmodell Charlotte Rampling immer mal wieder in einen Kontext, der die Gattung Aktfoto ins Lächerliche zieht.

Während Teller intime Körperlichkeit travestiert, schafft die Schweizer Videokünstlerin Marie José Burki, die Nelson-Freeman bei Konrad Fischer vertritt, Passagenwerke von kontemplativer Strenge.

Drei Künstler unterschiedlichster Positionen stellt Michel Rein bei Florent Tosin in der Potsdamer Straße aus. Während der Brite Christian Hidaka den Betrachter einlädt, in seinen dichten und verschlungenen Malereien das Auge wandern zu lassen, ist das jüngste Hauptwerk des in Paris lebenden Bulgaren Stefan Nikolaev ein aus farbigen Alkoholfläschchen komponiertes Kirchenfenster. Der dritte im Bunde, Michael Riedel (der schon 2008 eine Ausstellung bei Isabella Bortolozzi hatte), pflegt die Dekonstruktion vertrauter Erscheinungsformen von Kunst und Typographie.

Das breiteste Programm hat Mehdi Chouakri in der Invalidenstraße aufgefahren. Er führt seine Stammkünstler mit Werken aus der Pariser Galerie 1900-2000 zusammen: insgesamt 15 Künstler von den Altmeistern Dubuffet und Man Ray bis Sivie Fleury und Michael Riedel, dessen Werke zwischen Pop-Kultur und massenproduziertem Design vermitteln.

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