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10.02.2017

08:19 Uhr

Berlinale 2017

Welche Filme heute laufen

Nach dem Film „Django“, Jazz-Musik und der festlichen Eröffnung gehen weitere Filme ins Rennen um die Bären. Eine besondere Ehre gibt es für eine einflussreiche Filmproduzentin aus Hongkong.

Berlinale 2017

Schaulaufen, bibbern und politische Schwerpunkte

Berlinale 2017: Schaulaufen, bibbern und politische Schwerpunkte

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BerlinGere und Linney sind in „The Dinner“ des israelischen Regisseurs Oren Moverman zu sehen. Darin geht es um ein dunkles Familiengeheimnis, das das Verhältnis zweier Ehepaare belastet. Neben Movermans Drama startet der ungarische Beitrag „On Body and Soul“ („Teströl és lélekröl“) von Ildiko Enyedi ins Rennen um die Festival-Trophäen.

Sonst auf dem roten Teppich

Außer Konkurrenz wird „T2 Trainspotting“ von Danny Boyle präsentiert, die Fortsetzung des Kultfilms aus den 90er Jahren. Moritz Bleibtreu spielt im Film „Es war einmal in Deutschland...“ mit, der als Berlinale-Special läuft. Regisseur Sam Garbarski geht der Frage nach, wie sich ein Jude 1946 in Deutschland, dem Land der Täter, zurechtfindet.

Filmfestival: Fakten über die Berlinale 2017

Bedeutung

Die Berlinale ist neben Venedig und Cannes eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt. Einige Zahlen.

Wettbewerb

Im Wettbewerb laufen 24 Filme, davon 18 im Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären. 27 Länder sind dabei.

Viele Filme

Es wurden 7421 Filme eingereicht. 399 schafften es ins Berlinale-Programm. Im Vorjahr waren es 433.

Deutsche Filme

In der Wettbewerbskonkurrenz sind 3 deutsche Filme dabei.

Filmvorführungen

Es gibt beim Festival insgesamt 923 Vorführungen.

Frauenpower

Bei 125 Filmen im Berlinale-Programm führten Frauen Regie.

Etat

Das Festival hat einen Etat von 24 Millionen Euro.

Förderung

Die Berlinale bekommt eine Förderung von 7,2 Millionen Euro von Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Verkaufte Karten

Vergangenes Jahr wurden 335.986 Karten verkauft.

Ticketpreise

Festivalkarten gibt es für um die 11 Euro.

Merchandising

Schuhe mit Berlinale-Logo kosten 179 Euro, die graue Festivaltasche 22,90 Euro.

Ehre

Die einflussreiche Verleiherin und Produzentin Nansun Shi aus Hongkong wird mit einer Berlinale-Kamera geehrt. Die Trophäe verleiht das Festival an Persönlichkeiten, mit denen es sich besonders verbunden fühlt. Nansun Shi war 2007 in der Jury der Filmfestspiele und seitdem regelmäßig in Berlin zu Gast.

Kanzlerin trifft Hollywoodstar: Was Angela Merkel und Richard Gere verbindet

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Was Angela Merkel und Richard Gere verbindet

Die Kanzlerin hat schon so manchen Filmstar eingeladen. Für ein bisschen Hollywood im Regierungsalltag? Steven Spielberg, George Clooney und jetzt Richard Gere stehen für mehr. Von Tibet bis Trump.

Panorama

Der deutsche Film „Tiger Girl“ von Jakob Lass eröffnet zusammen mit der brasilianischen Produktion „Vazante“ die Berlinale-Reihe Panorama Special. Lass' Film handelt von der Freundschaft zweier Frauen, bei der die Wertmaßstäbe ins Wanken geraten, wie es in der Ankündigung heißt - „ein veritables Sittengemälde aus dem Souterrain unserer heutigen Republik.“

Als es auf der Berlinale politisch wurde

Das politische Festival

Wie verhält sich die Berlinale hinsichtlich der neuen US-Politik unter Donald Trump? Seitdem die Festspiele im Kalten Krieg ins Leben gerufen wurden, gelten sie als das politischste der drei großen Filmfestivals in Berlin, Cannes und Venedig. Ein Rückblick.

1953

Gary Cooper wettert gegen die Kommunistenjagd von US-Senator Joseph McCarthy. Aufgrund des kurz vor dem Festival gewaltsam niedergeschlagenen Aufstands in Ost-Berlin werden die Äußerungen des Hollywood-Stars zwiespältig aufgenommen.

1970

Michael Verhoeven erhitzt mit seiner Vietnam-Parabel „o.k.“ die Gemüter. Weil sie den Film für „unamerikanisch“ hält, tritt die Jury zurück. Ein Skandal, der Wettbewerb wird abgebrochen.

1974

Das Eis bricht: Auf dem Festival wird erstmals ein sowjetischer Film gezeigt - eine Entscheidung weniger nach künstlerischen, denn nach politischen Erwägungen. Im Jahr darauf ist mit Frank Beyers „Jakob der Lügner“ erstmals eine DDR-Produktion im Wettbewerb.

1979

Die Ostblock-Staaten ziehen ihre Delegationen aus Protest gegen Michael Ciminos US-Vietnamkriegsfilm „The Deer Hunter“ ab.

1988

Der Goldene Bär geht erstmals nach China. Den Hauptpreis für „Rotes Kornfeld“ von Zhang Yimou wertet die Berlinale als Solidaritätserklärung an die liberalen Kräfte im Land.

1990

Die Schauspielerinnen Julia Roberts und Sally Field stehen Hand in Hand mit DDR-Volkspolizisten auf der Berliner Mauer.

2003

Das Festival steht im Zeichen des bevorstehenden Irakkriegs: US-Prominenz wie Richard Gere, George Clooney, Dustin Hoffman und Spike Lee nutzen die Berlinale zur Kritik an den Kriegsvorbereitungen von US-Präsident George W. Bush. Der Goldene Bär geht an den britischen Regisseur Michael Winterbottom für sein Flüchtlingsdrama „In This World“ über die Folgen von Krieg und Terror in Afghanistan.

2011

Wegen einer Gefängnisstrafe kann der iranische Regimekritiker Jafar Panahi seinen Platz in der Berlinale-Jury nicht einnehmen. Mit dem Goldenen Bären für das Familiendrama „Nader und Simin“ von Landsmann Asghar Farhadi setzt das Gremium ein klares Zeichen gegen die Unterdrückung im Land.

2015

Im Fokus steht erneut Panahi: Obwohl der Iran über ihn ein Arbeits- und Ausreiseverbot verhängte, gewinnt dessen heimlich gedrehte und nach Berlin geschmuggelte Komödie „Taxi“ den Hauptpreis.

2016

Die Jury sendet ein klares Signal in Sachen Flüchtlinge: Das erschütternde Dokudrama „Fuocoammare“ von Gianfranco Rosi erhält den Goldenen Bären. „Ich widme den Film allen Menschen auf Lampedusa, die ihre Herzen all denen geöffnet haben, die zu ihnen gekommen sind“, sagt der italienische Filmemacher.

Von

dpa

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