Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.02.2015

10:42 Uhr

Berlinale

Boom der TV-Serien bei Filmfestspielen

Ob „Borgen“ oder „Breaking Bad“ – der Stoff für Serienfans kam über Jahre aus dem Ausland. Jetzt will das deutsche Fernsehen aufholen: Bei der Berlinale werden in geballter Form aufwendig produzierte Serien vorgestellt.

Für Fans gibt es nun den Nachfolger: In „Better Call Saul“ geht es um den schmierigen Anwalt Saul Goodman. ap

„Breaking Bad“-Hauptdarsteller Bryan Cranston (l.) und Aaron Paul

Für Fans gibt es nun den Nachfolger: In „Better Call Saul“ geht es um den schmierigen Anwalt Saul Goodman.

BerlinTom Tykwer verfilmt die Krimis von Bestsellerautor Volker Kutscher. Die Politsatire „Eichwald“ spielt im Bundestag. „The Club“ soll eine Geschichte aus dem Berliner Nachtleben erzählen. Deutschland geht bei der Serienproduktion auf Aufholjagd – jahrelang kam der Stoff für DVD-Abende aus den USA, England oder Dänemark.

Der Boom vom aufwendigen Fernsehen ist noch nicht vorbei: Gerade hat Amazon Altmeister Woody Allen für einen Mehrteiler gewonnen, ein Coup.

Die Berlinale zeigt erstmals Serien in geballter Form. In der Jury des offiziellen Wettbewerbs sitzt der amerikanische TV-Guru Matthew Weiner („Mad Men“). Tykwer dürfte beim Festival einen erhöhten Adrenalin-Spiegel haben. Er geht beim Filmmarkt auf die Suche nach internationalen Partnern für das Projekt „Babylon Berlin“ (ARD/Sky), das in den 20er Jahren spielt.

„Fernsehen ist der neue Film“, sagt die britisch-amerikanische Schriftstellerin Anna Winger. Mit ihrem Mann Jörg Winger hat sie die Serie „Deutschland 83“ geschrieben, die gemeinsam mit Nico Hofmann (Ufa Fiction) für RTL produziert wurde. Sie soll nach der Festivalpremiere im Herbst im Fernsehen laufen.

Jonas Nay spielt die Hauptrolle, einen jungen DDR-Spion mit brisanter Mission in Bonn. Das Jahr 1983 hat Winger nicht nur wegen der damaligen Alltagskultur um Nena und 99 Luftballons interessiert, sondern auch, weil es nah ist und ein historisch wichtiges Jahr war. „Man kann 1983 als den Anfang der Wiedervereinigung sehen.“

Kennzeichen von ambitionierten Serien: Wie bei „Borgen“ oder den „Sopranos“ sollen sich die Figuren entwickeln und die Episoden fortlaufende Kapitel sein. Wer auf einer Berlinale-Party mitreden will: Die TV-Leute sagen dazu „character-driven“ und „horizontal erzählt“.

Filmmarkt-Direktor Matthijs Wouter Knol hat einen Trend beobachtet: „Ganz spannend fand ich, dass sich die Serien mit sehr aktuellen Themen befassen: Rechtsradikalismus, Attentaten, Geheimdiensten oder mit der Energieindustrie und was dort hinter den Kulissen passiert.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×