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08.11.2012

07:44 Uhr

Berliner Kunstmessen

Auf dem Weg zur Institution

VonStefan Kobel

Das Gallery Weekend Berlin und die abc haben sich als erfolgreiche Veranstaltungen etabliert. Jetzt bekommen sie einen Geschäftsführer. Der Franzose Cédric Aurelle wird das neue Amt bekleiden. Nächster Schritt ist die Umwandlung in eine GmbH.

Cédric Aurelle, Geschäftsführer des Gallery Weekend Berlin und der Kunstmesse abc. Bureau N, Berlin

Cédric Aurelle, Geschäftsführer des Gallery Weekend Berlin und der Kunstmesse abc.

BerlinDas Gallery Weekend Berlin und die private Kunstmesse abc institutionalisieren sich. Nachdem die art berlin contemporary bereits vor zwei Monaten mit Maike Cruse eine Leiterin erhalten hat, bekommt die Dachorganisation jetzt einen Geschäftsführer. Es ist Cédric Aurelle und er ist Berlin kein Unbekannter.

Der immer freundliche Charakterkopf, Jahrgang 1972, ist in der Stadt bestens bekannt als unermüdlicher Förderer des deutsch-französischen Kulturdialogs. Von 2004 bis 2011 war er an der französischen Botschaft beschäftigt, davon die ersten drei Jahre als Leiter des Bureau des Arts Plastiques. Danach war Aurelle Kunstbeauftragter am Institut Français in Paris. In dieser Zeit hat er unter anderem den Galerienaustausch „Berlin-Paris“ und „Thermostat“, ein Kooperationsprojekt zwischen 24 Centres d’art und Kunstvereinen, ins Leben gerufen. Die neue Aufgabe in der freien Wirtschaft dürfte nicht weniger anspruchsvoll sein.

Das 2005 erstmals veranstaltete Gallery Weekend hat sich als derartig erfolgreich erwiesen, dass kaum noch eine Metropole ohne ähnliches Event auskommen möchte. Auch abc, das andere Format der Berliner Szene, hat durch die terminliche Nähe der neuen Messe Frieze New York  Konkurrenz bekommen. Wohl nicht zuletzt deshalb haben seine Initiatoren den Schritt zur festen Form gewählt. Dahinter steht eine Gruppe um die Galerien Guido W. Baudach, Mehdi Chouakri, Joanna Kamm, Klosterfelde, Meyer-Riegger, Neu, Neugerriemschneider, Esther Schipper und Zak-Branicka.

Position im internationalen Wettbewerb

Aurelle wird als Geschäftsführer der abc Veranstaltungs UG beiden Formaten vorstehen. Sie soll demnächst auch in eine GmbH mit griffigerem Namen umfirmieren. Künstlerische und organisatorische Leiterin wird Maike Cruse sein, die von den Kunstwerken Berlin und der Art Basel gekommen ist. Der Ex-Galerist und ehemalige Direktor der untergegangenen Art Frankfurt, Michael Neff, wird weiterhin für das VIP-Programm des Gallery Weekend zuständig sein.

Wichtigste Aufgabe Aurelles dürfte die Stärkung der Berliner Position im internationalen Wettbewerb um die Sammler sein. Dessen ist er sich bewusst: „Der Kalender der Kunstwelt ist sehr dicht und Berlin ist keine Eventstadt“, gibt Aurelle zu bedenken. „Wir wollen Berlins Bedeutung als Produktionsstandort herausheben.“ Seine Aufgabe sieht er darin, „die Dynamik der beiden komplementären Projekte zu verstärken und ihr Profil zu schärfen. Wir können also mit beiden Events ein vielfältiges Angebot bitten, beim dem die Sammler ganz unterschiedliche Kunsterfahrungen haben können..“ Als erstes wird er jedoch auf Wohnungssuche gehen, am liebsten in Kreuzberg. Das dürfte so schwierig nicht werden, Wenn man Pariser Verhältnisse gewöhnt ist, scheint in Berlin alles groß und preiswert.

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