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27.08.2015

15:26 Uhr

Bester ausländischer Film

„Im Labyrinth des Schweigens“ soll Oscar holen

Mit sechs Lolas ist „Victoria“ von Regisseur Sebastian Schipper der vielleicht beste deutsche Film des Jahres. Auf dem Weg zum Auslands-Oscar lauerten jedoch Hürden. Darum geht jetzt ein Auschwitz-Drama ins Oscar-Rennen.

Giulio Ricciarellis Film behandelt die Frankfurter Auschwitz-Prozesse. dpa

Auschwitz-Aufarbeitung

Giulio Ricciarellis Film behandelt die Frankfurter Auschwitz-Prozesse.

MünchenDer Film „Im Labyrinth des Schweigens“ über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse geht für Deutschland ins Rennen um den Auslands-Oscar. „Regisseur Giulio Ricciarelli und seinem Team gelingt in seinem gewissenhaft recherchierten Debütfilm ein spannendes und bewegendes Drama“, urteilte die Jury. Ihre Sprecherin Dagmar Hirtz betonte: „Ich finde den Film einfach unglaublich wichtig, weil über dieses Kapitel in Deutschland überhaupt noch nie ein Film gemacht wurde.“ Regisseur Ricciarelli zeigte sich berührt von der Entscheidung für seinen Film. „Dass dieser Film jetzt auf diese Reise geschickt wird... Ich bin sehr bewegt.“

Der Favorit, Sebastian Schippers Erfolgs-Film „Victoria“, ging damit leer aus. Auf dem Weg zum Oscar in der Kategorie „Bester nicht englischsprachiger abendfüllender Kinofilm“ lauerten für den Film wohl unüberwindbare Hürden: In „Victoria“ wird zu 49 Prozent Englisch gesprochen, von der Academy sind in der Kategorie aber nur 40 Prozent erlaubt. „Es lag keine Ausnahmegenehmigung vor“, sagte Hirtz am Donnerstag in München. „Es gibt Regularien, an die wir uns halten mussten.“

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Der Aufsichtsratsvorsitzende von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films, Peter Herrmann, sagte zur Filmauswahl: „Dieses Gremium ist dazu da, den Film unter den eingereichten deutschen Filmen auszuwählen, der nach dem Fachwissen und der Expertise der Jury die größten Chancen hat, den Oscar zu gewinnen.“ In der Vergangenheit waren immer wieder Filme ausgewählt worden, die sich mit der neueren deutschen Geschichte befassen.

In diesem Jahr ging nicht nur „Victoria“ leer aus, sondern sechs weitere Filme: „Elser – Er hätte die Welt verändert“ von Oliver Hirschbiegel über den verhinderten Hitler-Attentäter, „Freistatt“ von Marc Brummund, Til Schweigers Alzheimer-Film „Honig im Kopf“, „Jack“ von Edward Berger, „Schmidts Katze“ von Marc Schlegel und „Wir sind jung. Wir sind stark“ von Burhan Qurban.

Eine offizielle Nominierung bedeutet die Entscheidung für „Im Labyrinth des Schweigens“ noch nicht. Die fünf Nominierten wählt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles aus den Einsendungen aus allen Ländern aus. Die 88. Oscar-Verleihung findet am 28. Februar statt.

Von

dpa

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