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16.11.2013

01:03 Uhr

Beutekunst

Goldstück geht an Berliner Museum zurück

Ein Holocaust-Überlebender hatte ein 3000 Jahre altes Goldplättchen von einem russischen Soldaten im Tausch gegen Zigaretten bekommen. Allerdings gehörte ihm das gar nicht, sondern einem Berliner Museum.

Das Goldplättchen mit der assyrischen Keilschrift geht wieder an das Berliner Museum zurück, aus dem es während der Kriegswirren des zweiten Weltkrieges gestohlen wurde. Der Holocaust-Überlebende Flamenbaum hatte es in die USA mitgenommen. ap

Das Goldplättchen mit der assyrischen Keilschrift geht wieder an das Berliner Museum zurück, aus dem es während der Kriegswirren des zweiten Weltkrieges gestohlen wurde. Der Holocaust-Überlebende Flamenbaum hatte es in die USA mitgenommen.

New YorkDas Museum für Vorderasiatische Kunst auf der Museumsinsel in Berlin erhält nach einem US-Gerichtsurteil ein 3000 Jahre altes Goldplättchen mit einer assyrischen Keilschrift zurück.

In einem am Freitag bekannt gewordenen Urteil eines New Yorker Gerichts bekommt die Stiftung Preußischer Kulturbesitz Recht in dem Eigentumsstreit mit Angehörigen des Holocaust-Opfers Riven Flamenbaum.

Der Auschwitz-Überlebende Flamenbaum hatte das Plättchen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von einem russischen Soldaten für ein Päckchen Zigaretten bekommen.

Später wanderte Flamenbaum in die USA aus. Der Verbleib des Plättchens war bis 2003 unbekannt. Dann tauchte das in die Zeit des assyrischen Königs Tikulti-Ninurta I. zurückdatierte Fundstück im Nachlass Flamenbaums auf.

Das Berliner Museum bestand auf der Rückgabe des von deutschen Archäologen kurz vor dem Ersten Weltkrieg bei Grabungen am Ischtar-Tempel im Irak gefundenen Plättchens, das 1926 nach Berlin kam und während des Zweiten Weltkriegs im Museumsmagazin lagerte. Nach dem Krieg wurde es vermisst gemeldet.

Das Berufungsgericht des Bundesstaates New York stellte nun in seiner schriftlichen Urteilsbegründung im Sinne der Stiftung Preußischer Kulturbesitz fest: "Wir verwahren uns gegen jede Doktrin, die Eigentum auf Plünderung und Entfernung von Kunstgütern durch Invasionstruppen während des Krieges gründet."

Von

afp

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