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13.09.2012

12:25 Uhr

Biennale des Antiquaires

Käufer mit millionenschwerer Börse erwünscht

VonOlga Grimm-Weissert

Die 26. Antiquitäten-Biennale in Paris bietet erlesene Möbel, chinesische Tang-Skulptur, herausragende Stammeskunst, elegantes Art Déco und Gemälde der Klassischen Moderne. Allein zum Galadinner waren 1500 Gäste geladen.

Wandleuchter aus Bronze aus dem antiken Griechenland am Stand von Phoenix Ancient Art. PHOENIX ANCIENT ART

Wandleuchter aus Bronze aus dem antiken Griechenland am Stand von Phoenix Ancient Art.

ParisDer Präsident des Antiquitätenhändler-Verbands und Verantwortliche für die Organisation der Pariser Antiquitäten-Biennale (14. - 23.9.), Christian Deydier, kündigt seine Käufer-Zielgruppe klipp und  klar an: „Wir haben rund 400 Menschen eingeladen, darunter 100 aus China und Taiwan, die sich locker einen Ring für zehn Millionen Dollar leisten können.“ Der Sinologe Deydier holte persönlich den Franko-Belgier Bernard Arnault zu einem exklusiven Biennale-Rundgang ab. Arnault, Inhaber von LVMH, Dior usw., reichster Mann Frankreichs und viertreichster Mann der Welt, kam vor sämtlichen anderen eventuellen Käufern. Er versäumte das abendliche Spektakel, als die Soldaten der „Garde républicaine“, in Galauniform Spalier bildeten, um die Gäste – und zuletzt den Modezar Karl Lagerfeld – zu empfangen. „Kaiser Karl“ verdiente sich diese Ehre mit einem übersichtlichen Standplan, denn die „Biennale des Antiquaires“ gibt sich alle zwei Jahre ein neues Gesicht.

Mehrere Qualitätsstufen

Unter der zentralen Glaskuppel befinden sich – in Kreisanordnung – die Spitzenhändler bzw. die Organisatoren der Messe. Ziemlich weit ab vom Menschengedränge befinden sich die Erstaussteller oder weniger bekannten Galeristen im „Salon d'Honneur“ im ersten Stock. Unwillkürlich denkt man an das Theaterstück des österreichischen Dramatikers Johann Nestroy „Zu ebener Erde und erster Stock“. Dort wohnen  zwar die Reichen oben und die Armen unten. Die sozialen Unterschiede sind aber ebenso krass, wie das Qualitätsgefälle des Warenangebots zu ebener Erde und im ersten Stock im Grand Palais. Die Biennale-Organisatoren akzeptierten zwei, eigentlich drei, Händler-Kategorien. Denn auch einige Aussteller im Erdgeschoss verfügen nicht über das Topniveau, das die Kunden dieser Luxus-Veranstaltung seit 50 Jahren erwarten. Und das viele Antiquitätenhändler – und einige der vielen Topjuweliere, die die größten Stände aufgebaut haben, durchaus weiter halten.

Faszinierende Möbel

Bei den traditionellen Galerien für 18. und 19. Jahrhundert faszinieren weiterhin ausschweifendes, handwerklich bestens gefertigtes, oft königliches Mobiliar und Objets d'art aus Edelhölzern, mit reichen feuervergoldeten Bronzebeschlägen, die z.B. François Léage, Hervé Aaron und Benjamin Steinitz vor geschnitzten Wandverkleidungen präsentieren. Die Familie Kraemer entschied sich für dezente Grauwände für ihre monographische Offerte von zwanzig Möbelstücken von Jean-Henri Riesener, dem  Kunstschreiner von Ludwig XVI. und Marie-Antoinette. Die üppige Ästhetik des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit ihren Rokoko-Anklängen bzw. ihren geschwungenen Linien, die zum Jugendstil überführen, vertritt die Pariser Galerie Chadelaud. Dort steht ein als „Marine-Schrank“ bezeichnetes Prunkmöbel von François Linke mit außerordentlich reicher Bronze-Dekoration.

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