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23.07.2011

16:39 Uhr

Bilanz

Christie's bestes Halbjahresergebnis

VonMatthias Thibaut

Die ersten sechs Monate 2011 war Christie's Umsatz besser als im Rekordjahr 2008. Aber nur wenn man in Pfund rechnet. Christie's hat deutlichen Zuwachs in Europa und in Hongkong. New York schwächelt. Von M. Thibaut

Andy Warhol: "Self-Portrait" von 1963/64 Quelle: Reuters

Andy Warhol: "Self-Portrait" von 1963/64

LondonDer Kunstmarkt wächst "in allen Preissegmenten", meldete Christie's am Donnerstag und legte das beste Halbjahresergebnis seiner Geschichte vor. Global sind die Auktionsumsätze um zehn Prozent gewachsen. Allerdings gilt das Rekordergebnis nur in der Leitwährung des britischen Privatunternehmens.

In Pfund wurde in den ersten sechs Monaten 2011, einschließlich Privatverkäufen, Kunst für 2 Milliarden Pfund umgesetzt. 2010 waren es 1,7 Milliarden und im besten Jahr des Kunstmarkts, 2008, 1,8 Millionen Pfund. In Dollar sieht die Sache anders aus. Mit 3,2 Milliarden Dollar ist das erste Halbjahr 2011 nur das drittbeste. 2007 und 2008 waren mit 3,3 bzw. 3,5 Milliarden Dollar stärker. Christie's private Kunstverkäufe legten 57 Prozent zu (287 Millionen Pfund).

"Es sieht so aus, als würde 2011 eines der besten Jahre überhaupt im Kunstgeschäft", fasste Christie's CEO Steven Murphy im Gespräch mit dem Handelsblatt zusammen. Wachstumsführer waren Asien und - überraschenderweise - Europa. Hongkong legte 48 Prozent zu.

Europa verzeichnete ein erstaunliches Wachstum von 24 Prozent, von 650 Millionen Pfund auf 803 Millionen Pfund - ohne die Ergebnisse der starken Altmeister-Auktionen im Juli. In Amerika gingen die Umsätze dagegen um 13 Prozent zurück von 666 Millionen im Jahr 2010 auf nun 578 Millionen Pfund. Zu Buche schlägt hier ein Rückgang bei impressionistischer und moderner Kunst von 30 Prozent, die im Vorjahr mit der in New York versteigerten Sammlung Brody besonders stark war. Hier brachte allein der Super-Picasso "Nu au Plateau de Sculpteur» 106 Millionen Dollar.

Zum Vergleich kostete das teuerste Werk in diesem Halbjahr nur 38 Millionen Dollar - ein vierteiliges Warhol-Selbstporträt. Christie's Direktor Chris Gorvy hob nach den Contemporary-Auktionen im Juni hervor, dass Europas führender Auktionsstandort London von der größeren europäischen Geschmacksbreite profitiert. In London wurde in diesem Halbjahr Kunst für fast 100 Millionen Pfund mehr versteigert als 2010.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass der Markt an der Spitze schwächer, aber in der Breite stärker ist als in der Überhitzung von 2008. Damals versteigerte Christie's im ersten Halbjahr 457 Werke für Preise über 1 Million Dollar. Nun waren es nur 376 Werke. Der Markt wachse in allen Gebieten von islamischer Kunst über Bücher, dekorative Kunst bis zu Wein, betont Murphy.

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