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24.07.2017

12:59 Uhr

Buch des Ex-Amazon-Chefwissenschaftlers

Die Rückeroberung unserer Daten

VonDana Heide

Wird unser Leben besser, wenn wir möglichst viele Daten teilen? Oder sollten wir uns von Datensammlern wie Amazon abschotten? Der deutsche Ex-Chefwissenschaftler des Konzerns schlägt eine Alternative vor.

Daten gelten als das "Öl des 21. Jahrhunderts" - neue Geräte wie Alexa sollen sie sammeln. AP

Amazons intelligenter Lautsprecher Alexa

Daten gelten als das "Öl des 21. Jahrhunderts" - neue Geräte wie Alexa sollen sie sammeln.

DüsseldorfBundeskanzlerin Angela Merkel nannte sie einmal die „Rohstoffe des 21. Jahrhunderts“: Daten. Weltweit werden so viele Informationen über das Verhalten von Menschen gesammelt wie nie zuvor – Tendenz stark steigend. Andreas Weigend hat als Chefwissenschaftler von Amazon die Anfänge der großen Datensammelwut ganz nah miterlebt.

In seinem Buch „Data for the People – Wie wir die Macht über unsere Daten zurückerobern“ plädiert der Gründer des Social Data Lab und Dozent an der Universität Berkeley für einen radikal anderen Umgang mit persönlichen Informationen.

Weigend, der in Deutschland geboren ist und seit vielen Jahren in San Francisco und Schanghai lebt, beginnt das Buch mit einem Erlebnis seines Vaters. Der wurde als Lehrer in Ostdeutschland plötzlich von der sowjetischen Besatzungsmacht verhaftet und für sechs Jahre eingesperrt. Sie warfen ihm vor, ein amerikanischer Spion zu sein, weil er Englisch sprechen konnte. „Persönliche Informationen zu teilen kann reale, lebensbedrohliche Risiken bergen, weil solche Daten gegen uns verwendet werden können“, lehrt Weigend diese Erfahrung.

Wer nun glaubt, dass der Autor fordert, weniger Daten preiszugeben, der irrt. Im Gegenteil beschreibt Weigend, wie nützlich es für das tägliche Leben sein kann, viele Daten zu produzieren und freizugeben.

Aber nur unter bestimmten Bedingungen. Weigend stellt konkrete Forderungen auf, wie Bürger die Herrschaft über die von ihnen generierten Daten zurückerlangen können. Unternehmen müssten transparenter werden, wenn sie die Daten der Nutzer haben wollten. „Es ist, als ginge man zu einer ersten Verabredung und bekäme vom Gegenüber eine Liste mit 20 persönlichen Fragen präsentiert, während er kein Sterbenswörtchen über sich selbst verrät.“

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