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09.03.2017

11:28 Uhr

Buchtipp: Freiheit ist nur ein F-Wort

Vertrauen statt Korsett

VonDiana Fröhlich

Corporate Monkeys, Lackaffen im Anzug, so nennt Carsten K. Rath die Trottel, die ihre Mitarbeiter vor allem: frustrieren. Er war selbst so einer. In seinem neuen Buch erklärt der Unternehmer, wie Chefs es besser machen.

Fordert von Führungskräfte, ihren Mitarbeitern mehr zu vertrauen. Bild: Stefan Kaiser

Carsten K. Rath

Fordert von Führungskräfte, ihren Mitarbeitern mehr zu vertrauen.

DüsseldorfSicher, auch Sie kennen ihn. Den König der Lackaffen. „Eine Führungskraft, die immer den dicksten Füller im Gepäck hat. Die sich pudelwohl fühlt im Zwangskorsett der Abhängigkeiten. Die den richtigen Anzug trägt, sich mehr oder weniger elegant die Karriereleiter hoch arbeitet. Die im Vorbeigehen die richtigen Hintern küsst.“

Und, an wen denken Sie?

Carsten K. Rath jedenfalls denkt dabei auch an sich selbst. Zumindest an die Führungskraft, die er einmal war. In seinem neuen Buch „Ohne Freiheit ist Führung nur ein F-Wort“ bezeichnet er diese Menschen, die gefangen sind in ihrer Konzernkultur, ihrem Hierarchiedenken, in ihrem täglichen Handeln, als „Corporate Monkeys“, kurz: COMOs. Was sie tun, so beschreibt es der Unternehmer, nennen sie Führung. „Aber eigentlich ist alles, was sie sagen, irrelevant.“

Carsten K. Rath: Ohne Freiheit ist Führung nur ein F-Wort, Gabal, 2017, 240 Seiten, 25 Euro.

Buchtipp

Carsten K. Rath: Ohne Freiheit ist Führung nur ein F-Wort, Gabal, 2017, 240 Seiten, 25 Euro.

Der Mann muss es wissen, er war schließlich selbst lange Zeit ein solcher Lackaffe. Und: Einer, der es zugibt. Rath, der eigentlich Tennisprofi werden wollte, hat eine klassische Konzernkarriere hinter sich, arbeitete in Grand-Hotels überall auf der Welt, im Adlon, bei Kempinski, bei Ritz-Carlton.

Doch ihn störte, dass er nicht frei genug war, eigene Entscheidungen zu treffen. Deshalb macht er sich selbstständig. Heute gehören ihm die Kameha Hotels unter anderem in Bonn und Zürich, er führt eine Managementberatung in Düsseldorf, hält Vorträge – und er schreibt Bücher.

Wer sein neuestes Werk liest, der merkt, dass Rath gehörig Wut im Bauch hat, ja, dass er sich ärgert über Chefs, die glauben, dass Mitarbeiterführung und Freiheit nicht so recht zusammen passen. Die Erfolg nur dann anerkennen, wenn es der eigene ist. Die die Leistung ihrer Teams daher oft übersehen. Und die nicht merken wollen, dass sich nicht nur die Welt um sie herum, sondern eben auch ihre Mitarbeiter verändern.

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