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29.07.2017

14:30 Uhr

Buchtipp: Für die Zukunft sehe ich schwarz

Basecap, Jesus-Tattoo – ich bin in der CDU

VonKathrin Witsch

Diana Kinnert entspricht so gar nicht dem Bild einer Christdemokratin – trotzdem ist die Philosophiestudentin eine Nachwuchshoffnung ihrer Partei. Wie kam es dazu? Ein Portrait der Buchautorin.

Warum sie sich ausgerechnet in der CDU engagiert, beschreibt sie in ihrem Buch. dpa

Unkonventionelles Parteimitglied: Diana Kinnert

Warum sie sich ausgerechnet in der CDU engagiert, beschreibt sie in ihrem Buch.

WuppertalDiana Kinnert steht vor der St.-Laurentius-Kirche in Wuppertal, die Hände in den Taschen ihrer schwarz-grün gestreiften Shorts. Das schulterlange schwarze Haar fällt locker um ihr hellbraunes Gesicht, umrahmt von einer schwarzen Baseballkappe, die schräg auf ihrem Kopf hängt. Nichts an dieser Frau sagt: Ich bin in der CDU – am ehesten noch das Jesus-Tattoo auf ihrem Unterarm.

Und doch ist die 25-Jährige seit fast zehn Jahren aktives Mitglied bei den Christdemokraten – und macht daraus kein Geheimnis. Gerade hat sie ihr erstes Buch veröffentlicht: „Für die Zukunft seh’ ich schwarz“.

Damit will die Tochter einer Philippinin und eines Schlesiers ein „Plädoyer für einen modernen Konservatismus“ halten, wie sie selbst sagt. Aber wie kommt jemand, der für die Ehe für alle ist, Marihuana legalisieren will und Umweltthemen wichtig nimmt, ausgerechnet zur CDU?

„Wenn ich mich nur mit Menschen umgebe, die meiner Meinung sind, hätte ich auch zu den Grünen gehen können“, sagt Kinnert, während sie den Schaum aus ihrem Chai Latte löffelt.

Schließlich wolle sie was verändern. Sie sitzt in dem Café, mitten in ihrer Heimatstadt, in dem sie früher schon saß, nach der Schule. Noch ein kurzer Besuch bei den Eltern, bevor sie nach San Francisco fliegt. Da nimmt sie auf Einladung von Google an einem Workshop über „Ethik im Digitalen“ teil.

Eigentlich wohnt die Philosophiestudentin mittlerweile in Berlin. Dort hat sie zwei Jahre lang das Büro des ehemaligen Bundestagsvizepräsidenten Peter Hintze geleitet, der im vergangenen November gestorben ist. Er hat sie 2015 in die Hauptstadt geholt. Sie, die schon immer anders ist als die meisten in ihrer Partei.

Jetzt ist sie ganz nah dran und mischt oben mit. Betreibt eine Onlineplattform für grüne Produkte, berät eine amerikanische Denkfabrik, sitzt auf persönliche Einladung von Peter Tauber in der CDU-Reformkommission „Meine CDU 2017“ und ist Teil des Jugendbeirats der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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