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11.04.2014

10:25 Uhr

Burkhard Leismann

Glimpfliches Ende für Ahlener Museumsdirektor

VonChristiane Fricke

Das Kölner Landgericht beendet ein Verfahren um den gescheiterten Verkauf einer Fälschung mit einem Kompromiss. Der Museumsdirektor entkommt der Hauptverhandlung gegen eine Geldauflage.

Detail des angeblich von Fernand Léger gemalten Bildes, das am 25.8.2010 im Kunstmuseum Ahlen sichergestellt wurde. Archiv

Detail des angeblich von Fernand Léger gemalten Bildes, das am 25.8.2010 im Kunstmuseum Ahlen sichergestellt wurde.

DüsseldorfDas Landgericht Köln hat das Verfahren gegen den Ahlener Museumsdirektor Burkhard Leismann „ohne Hauptverhandlung rechtskräftig abgeschlossen“. Das geht aus einer gemeinsamen Presseerklärung hervor, die vom Träger des Museums, Leismann selber und seinem Verteidiger Hermann-Josef Bunte unterzeichnet wurde. Am 19. Februar 2013 hatte die Staatsanwaltschaft Köln Anklage wegen Beihilfe zum versuchten Betrug erhoben. „Es ging dabei um den gescheiterten Verkauf eines von Wolfgang Beltracchi gefälschten Gemäldes im Stile von Fernand Léger“, heißt es in der Mitteilung, die am 9. April 2014 an die Medien versandt wurde.

Leismann habe der Einstellung gegen Zahlung einer Geldauflage von 7.500 Euro zugestimmt, „um einen baldigen Verfahrensabschluss herbeizuführen“, heißt es unter Punkt 2 der ausführlichen Erklärung. Daran wäre auch dem Stiftungsrat der Theodor F. Leifeld-Stiftung als Träger des Kunstmuseums Ahlen gelegen gewesen.

Anwalt Hermann-Josef Bunte, der vor einem Jahr umfangreiche Verteidigungsschriften eingereicht hatte, war seinerseits „zutiefst“ überzeugt, „dass eine Hauptverhandlung mit einem uneingeschränkten Freispruch beendet worden wäre“. Leismann habe sich aber den Belastungen eines langwierigen Verfahrens nicht stellen können. Außerdem wollte der Museumsträger das Kunstmuseum „aus einer nicht steuerbaren Berichterstattung in den Medien“, die eine Hauptverhandlung mit sich gebracht hätte, heraushalten. Nur aus diesen Gründen wäre angedacht worden, „den von der Strafkammer vorgeschlagenen Kompromiss der Einstellung zu akzeptieren“, ist der Presseerklärung zu entnehmen.

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