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17.10.2014

19:08 Uhr

CD-Rezension Pink Floyd

Das ist das Ende

VonChristoph Henrichs

Das letzte Album von Pink Floyd ist eine große Hommage, eine rührende Zeitreise. Klänge für die Ewigkeit schaffen sie aber nicht mehr. Und es drängt sich ein schrecklicher Verdacht auf: Sind Pink Floyd Underachiever?

Es braucht nicht viel Fantasie, um Rick Wright auf seiner letzten Reise durchs Wolkenmeer zu erkennen. Warner Music

Es braucht nicht viel Fantasie, um Rick Wright auf seiner letzten Reise durchs Wolkenmeer zu erkennen.

DüsseldorfPink Floyd veröffentlichen ein neues Album. Bei einer Abwägung von Wahrscheinlichkeiten wäre dieser Satz noch vor wenigen Monaten irgendwo zwischen „Philipp Rösler wird Bundeskanzler“ oder „Der HSV wird deutscher Fußball-Meister“ einsortiert worden.

Man stelle sich vor, Samuel Becketts Godot kreuze plötzlich doch noch auf, beantworte im Vorbeigehen die Gretchenfrage und wedle mit Beethovens endlich vollendeter zehnter Sinfonie. In der anderen Hand hielte er dann ein neues Album von Pink Floyd.

Längst waren die Fans des Wartens müde geworden, hatten ihre Helden für Geister eingetauscht. Doch jetzt ist der Moment da, die Vergangenheit abzuschütteln und ins Leben zurückzukehren. Am 7. November erscheint „The Endless River“, nach zwanzig Jahren das erste Studioalbum der englischen Kultband – und zudem definitiv ihre letzte Platte.

Die Sonne, unter der Pink Floyd wandeln, ist zwar die selbe geblieben – relativ gesehen. Doch die Musiker sind älter geworden. Und es brauchte einen besonderen Grund, damit sich Multimillionäre mit Anfang 70 noch einmal hinter Gitarren und Trommeln, vor Mikrofonen und Mischpulten vergruben: Die neue CD ist eine Hommage, ein letzter Gruß an den verstorbenen Keyboarder der Band, Rick Wright.

Es braucht wenig Fantasie, um im nah am Kitsch kratzenden Albumcover Rick Wright und seine letzte Reise zu erkennen. 1994, von Depressionen gequält, sang er noch von den Wolken, die ihn bedeckten. Nun steuert er ein entferntes Schiff durch den Rauch am Horizont, über ein Wolkenmeer. 2008 ist der krebskranke Wright über das Meer geflogen und hat nur eine Erinnerung zurückgelassen.

Kommentare (1)

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Au Lecteur

21.10.2014, 09:12 Uhr

Ha-ha, charade you are.

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